Elbe-Seiten-Kanal: Bund prüft Ertüchtigung des Schiffshebewerkes

14.05.2009 16:41 Uhr
Arndt
Bund will Leistungfähigkeit des Elbe-Seiten-Kanals steigern
© Foto: Arndt

IHK Lüneburg-Wolfsburg, Politiker und die Wirtschaft setzen sich für eine Leistungssteigerung der künstlichen Wasserstraße ein

Lüneburg. Der Bund will prüfen, wie die Leistungsfähigkeit des über 30 Jahre alten Elbe-Seiten-Kanals (ESK) weiter gesteigert werden kann. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht dabei das Schiffshebewerk in Scharnebeck. „Das Vorhaben soll unter den Gesichtspunkten der Verkehrsentwicklung und Wirtschaftlichkeit geprüft werden“, sagte Martin Exner, Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer Lüneburg (IHK Lüneburg). Sie hatte sich Anfang April in einem ausführlichen Schreiben an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) dafür stark gemacht, den für den norddeutschen Seehafen-Hinterland-Verkehr an Bedeutung gewinnenden ESK leistungsmäßig zu stärken. Bereits zuvor hatte sich auch Hiltrud Lotze, stellvertretende SPD-Vorsitzende im Landkreis Lüneburg und Bundestagskandidatin, mit einem ähnlichen Vorstoß an das Bundesverkehrsministerium gewandt. Auch aus ihrer Sicht stellt das Schiffshebewerk „ein Nadelöhr“ dar. „Die beiden Tröge sind mit einer Länge von 110 Metern für die heute üblichen Großmotorschiffe zu klein. Die durchgehenden ‚kleinen‘ Schiffe wiederum können an den Containeranlagen im Hamburger Hafen nicht abgefertigt werden.“ Die Region fordere deswegen den Bau eines neuen größeren Hebewerkes. Kreistag und der Stadtrat Lüneburg hätten dazu entsprechende Beschlüsse gefasst. „Dieser Wunsch, den Kanal in Zukunft noch besser zu nutzen, steht im Einklang mit den Zielen der Bundesregierung, innerhalb eines integrierten Verkehrssystems deutlich mehr Verkehr auf die Wasserstraßen zu bringen“, sagte Lotze weiter. Nach Darstellung der IHK-Lüneburg-Wolfsburg hat der Bund bereits die für diesen Bereich zuständige Wasser- und Schifffahrtsdirektion (WSD) Mitte in Hannover mit der Durchführung der entsprechenden Voruntersuchungen beauftragt. IHK-Verkehrsfachmann Exner: „Mit dem Prüfungsauftrag zieht das Ministerium die richtige Konsequenz aus dem auf annähernd neun Millionen Tonnen und über 80.000 Container pro Jahr gestiegenen Verkehrsaufkommen auf dem ESK.“ Von einer Ertüchtigung des Schiffshebewerkes gehe eine große Strahlkraft auf verschiedene Neu- und Erweiterungsbauvorhaben im Bereich des ESK aus. Im Kern geht es darum diese Kanal-Häfen zu trimodalen Umschlagknoten weiter zu entwickeln. (eha)

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