Prag/Tschechien. Statt des umstrittenen Baus einer Staustufe in der nordböhmischen Elbe haben tschechische Umweltschützer jetzt einen Einbahnstraßenverkehr ins Spiel gebracht. „Schiffe könnten zum Beispiel von 6 Uhr bis 18 Uhr in die eine und nachts in die andere Richtung fahren“, sagte Marian Palenik von Verband „Pratele prirody“ (Freunde der Natur) heute in Prag. Auch der mögliche Bau von schiffbaren Kanälen parallel der Elbe sei eine bessere Lösung als die vom Verkehrsministerium in Prag geplante Staustufe, sagte er. Die von Behörden erwogene Ausbaggerung der Elbe in Nordböhmen halte er ebenfalls für überflüssig. Eine Reaktion des Verkehrsministeriums lag zunächst nicht vor. Minister Milan Simonovsky hatte vor kurzem gesagt, er gehe davon aus, dass im Jahr 2007 mit dem Bau der Staustufe begonnen werden könne. Bis zu 85 Prozent der geschätzten Kosten von 117 Millionen Euro könnten von der EU getragen werden, hatte der Christdemokrat gesagt. Wenn die Stufe wie geplant 2009 fertig sei, garantiere sie eine größere Schiffbarkeit der Elbe als derzeit. Hingegen hatten sich Bürgerinitiativen und Politiker auch aus Sachsen, darunter Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU), gegen den Bau ausgesprochen. (dpa/sb)
Elbe-Schifffahrt: Naturschützer wollen Einbahnstraßenverkehr
Tschechische Staustufe verhindern: Wechselseitiger Einbahnverkehr für Binnenschiffe als Alternative