Brüssel. Radio Frequency Identifikation (RFID) ist kein Hype, der bald wieder verschwinden wird. Das machten die CEOs der großen Handelshauser und Konsumgüterhersteller in Brüssel auf der heute zu Ende gehenden ECR Europe Conference klar. Unternehmen wie Metro, Wal-Mart, Procter & Gamble beginnen in diesem Jahr, Paletten und Kartons im größeren Umfang mit RFID-Etiketten auszustatten. Der großflächige Einsatz der Transponder auf Artikelebene werde aber noch fünf bis zehn Jahre dauern.
Lee Scot, President und CEO der US-amerikansichen Einzelhandelsriesen Wal-Mart, dessen Unternehmen sich erstmals aktiv an einer ECR-Conference beteiligte, machte in seinem Vortrag klar, dass in Zukunft mehr die Vorteile der RFID-Technologie für die Kunden im Vordergrund der Diskussion stehen müsse, und weniger die Technologie. Dem stimmten unter anderem auch die CEOs von Metro, Tesco, Unilever und Nestle zu. Die Top-Manager verwiesen auf das Beispiel Gentechnologie, wo den Konsumenten zu wenig die Vorteile dieser neuen Technologie kommuniziert wurden. Eine ähnliche Entwicklung mit einer ablehnenden Haltung der Verbraucher zum Thema RFID wollen die Hersteller und Händler vermeiden.
Auf der dreitägigen ECR Europe Conference, die heute zu Ende geht, kamen in diesem Jahr nach Angaben des Veranstalters wieder 2800 Teilnehmer aus über 50 Ländern zusammen, um über die Verbesserungen in der Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie zu diskutieren. Neben der Konferenz präsentierten sich 70 Unternehmen (darunter SAP, IBM, Accenture) auf 5000 Quadratmetern Ausstellungsfläche den anwesenden Demand- und Supply-Managern. Etwa zehn Prozent der Teilnehmer kam aus Deutschland. Die nächste ECR Europe Conference findet vom 26. bis 28 April 2005 in Paris statt.