Bonn. Der Deutscher Speditions- und Logistikverband (DLSV) fordert die Bundesregierung dazu auf, an der im Koalitionsvertrag beschlossenen Belastungsverschiebung für das Transport- und Speditionsgewerbe festzuhalten. Damit reagiert der Verband auf die Berichterstattung der vergangenen Tage, wonach im Bundesfinanzministerium Pläne bestehen, die durch eine Mauterhöhung entstehenden Mehreinnahmen zur Konsolidierung des Staatshaushaltes umzufunktionieren.
Volkswirtschaftlich und ökologisch sei eine weitere finanzielle Belastung der Branche durch eine Mauterhöhung nicht zu vertreten, heißt es in dem Schreiben. Je schneller die Unternehmen wieder richtig aufgestellt seien, desto schneller würden sie auch wieder in neue Arbeitsplätze, Aus- und Weiterbildung und in einen emissionsarmen Fuhrpark investieren.
Zwar können viele mittelständische Unternehmen laut DSLV-Präsident Mathias Krage mengenmäßig wieder aufatmen, von einer Erholung der Erlöse könne aber noch keine Rede sein. Das Ausgangsniveau des Jahres 2008 sei noch nicht erreicht. Erschwerend komme für viele Unternehmen eine angespannte Liquiditätslage und die rigide Kreditvergabepolitik der Banken hinzu. In dieser Situation würde eine erneute Mauterhöhung die Möglichkeit einer Liquiditätssicherung und einer Erhaltung der Arbeitsplätze verringern. Außerdem fehlt laut DSLV das Geld für Investitionen in emissionsärmere Fahrzeuge, was wiederum die Erholung der Nutzfahrzeugindustrie behindern könnte. (ab)