Wien. Die Diskussion um die Privatisierung der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) nimmt kein Ende. Österreichs Finanzministerin Maria Fekter will die Bahn lieber heute als morgen verkaufen oder zumindest Teile davon. Hatte sich Verkehrsministerin Doris Bures bisher vehement gegen derartige Gedanken gestemmt, so hat sie jüngst mit der Aussage aufhorchen lassen, dass sie sich die Hereinnahme eines Partners bei den ÖBB durchaus vorstellen kann.
Allerdings erst dann, wenn die Bahn wieder in den schwarzen Zahlen ist, was laut Bures frühestens 2013 sein dürfte. „Dann wird eine Stärkung des Eigenkapitals notwendig sein und dann können wir diskutieren, ob diese durch eine Kapitalerhöhung durch den Staat oder durch die Hereinnahme eines strategischen Partners erfolgen soll," so Bures.
Auf die Frage, ob denn die ÖBB unbedingt im Staatseigentum stehen müssen, wenn auch Private den Bahnjob erledigen können, gibt es von der Verkehrsministerin ein klares Ja. „Ich sehe keinen Mehrwert, wenn wir den Güter- und Personenverkehr jetzt verscherbeln. Die staatlichen Investitionen in die Infrastruktur oder gemeinwirtschaftliche Leistungen hätten wie trotzdem zu bewältigen." (mf)