Hamburg. Der Freihafen-Status, der seit 1888 als besonderer Trumpf des Hamburger Hafens gilt, steht zur Diskussion. Inzwischen gebe es in der Seehafenverkehrswirtschaft des größten deutschen Hafens "tendenziell" eine Mehrheit, die sich für eine Abschaffung des Freizonen-Regimes ausspricht, teilte Heinz Papenhagen, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg (UVHH), auf der Mitgliederversammlung im Elbe-Hafen mit. Die Vorteile des Freizonen-Regimes seien in den zurückliegenden Jahren, vor allem als Folge der fortschreitenden europäischen Integration, "abgebaut beziehungsweise nivelliert worden". Der Anteil der privilegierten Drittlandsverkehre betrage nur noch zehn Prozent am Gesamtverkehr des Hamburger Hafens. Durch die ab 2004 anstehende EU-Erweiterung werde der zoll- und abgabenfreie Warenverkehr in der Gemeinschaft noch einmal zunehmen. Den im Freihafen-Bereich angesiedelten Unternehmen würden "zollrechtliche Nachweispflichten" aufgebürdet, die viele Unternehmen "vor kaum lösbare administrative Aufgaben stellen", sagte Papenhagen. Deshalb werde die Diskussion über eine Abschaffung des Freihafen-Status unter den UVHH-Mitgliedsfirmen intensiviert. Horst Kallenbach, Präsident der Oberfinanzdirektion Hamburg, erklärte gegenüber der VerkehrsRundschau, die Zollverwaltung sei grundsätzlich dazu bereit, dass der Freihafen-Status abgeschafft wird. Allerdings müsse die Hafenwirtschaft zuvor "noch einige Hausaufgaben erledigen". Anfang 2003 wurde das Areal des Freihafens bereits verkleinert, als das Gebiet der so genannten Speicherstadt vollständig ausgegliedert wurde. (vr/eha)
Diskussion um Hamburger Freihafen
Europäische Integration hölt Vorteile des Freihandelsstatus aus