Der Unternehmensverband Hafen Hamburg e.V. (UV) tritt beim Thema "norddeutscher Tiefwasserhafen" auf die Bremse. Für den Verband gibt es "keinen Sachzwang", über ein solches Projektes "im Eilverfahren" zu entscheiden. Vielmehr sei ein solcher Beschluss "auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse" zu treffen, teilte der Verband in einem Positionspapier am Freitag mit. Containerschiffe mit bis zu 18.000 TEU seien unter technischen Gesichtspunkten zwar zu bauen. Doch werde die Kosten-/Risikoabschätzung derzeit "äußerst kontrovers diskutiert". Derzeit seien gerade 29 Containerschiffe mit über 6000 TEU im Einsatz. Hafenseitig seien in Deutschland trotz der zu erwartenden Mengenzuwächse im Containerverkehr ausreichend Kapazitäten vorhanden. Sie reichten nach UV-Berechnungen bis 2015. Damit entfalle ein weiteres Argument für eine Eilentscheidung. Fest steht für den UV, dass die Finanzierung eines solchen Hafens vor allem durch private Investoren erfolgen muss. Den Einsatz von Bundesmitteln lehnt der Verband ab. Dringenden Handlungsbedarf sieht der UV bei den seewärtigen Zufahrten zu den deutschen Seehäfen, das heißt vor allem bei Elbe und Weser. Deren Fahrrinnen müssten schnellstens angepasst werden. Inzwischen hat die Industrie- und Handelskammer Stade (IHK) auf ihrer Vollversammlung ihr klares Votum für Cuxhaven als Standort für einen möglichen Tiefwasserhafen wiederholt. Höhere Flächenproduktivität und bessere Hinterlandanbindungen seien die großen Trümpfe. (vr/eha)
Deutscher Tiefwasserhafen: Hamburger sehen keine Sachzwang
Für Hamburger Hafenverband sind vorhandene Containerkapazitäten ausreichend