Hamburg. Der weltgrößte Logistikkonzern Deutsche Post hat Kreisen zufolge noch keine Entscheidung über die Zukunft des defizitären US-Expressgeschäfts getroffen. Noch würden mehrere Optionen erwogen, die den inneramerikanischen Teil und dabei in erster Linie das verlustreiche Geschäft zu Lande beträfen. Post-Finanzvorstand John Allan hatte unlängst bekräftigt, das Unternehmen werde sich nicht vollständig aus den USA zurückziehen und weiterhin ein weltweites Express-Netz aufrechterhalten. Eine Lösung wolle er in „wenigen Monaten“ vorstellen. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete, Vorstandschef Klaus Zumwinkel wolle das hochdefizitäre inneramerikanische Paket- und Expressgeschäft an den US-Konkurrenten Fedex abgeben. Die profitable Postbank wiederum solle nach Angaben eines Insiders mit einer anderen Bank zusammengeschlossen werden und zunächst im Konzernverbund verbleiben und nicht verkauft werden. Die Post wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Der Vorstandschef, der spätestens Ende November seinen Posten an den designierten Nachfolger Frank Appel abgeben will, handelt der Zeitung zufolge unter erheblichem Zeitdruck. „Zumwinkel möchte das Haus besenrein hinterlassen“, zitierte die Zeitung einen Post-Manager. Spätestens bis Ende Mai wolle sich der Konzern von seiner inneramerikanischen Express-Sparte trennen. Als treibende Kraft der einschneidenden Neuordnung gelte dem Bericht zufolge John Allan. Allan hat demnach auf einen Schlussstrich bei dem US-Engagement gedrängt, dass der Deutschen Post bislang Verluste von bis zu sieben Milliarden Euro beschert haben soll. Derzeit liefen Gespräche mit Fedex-Chef Frederick Smith, hieß es in Konzernkreisen. „Wir haben mehrere Optionen“, sagte Allan der „Financial Times Deutschland“. „Einige lassen sich schneller umsetzen, andere nicht“. (dpa)
Deutsche Post prüft offenbar Verkauf des US-Geschäfts

Die Übergabe des verlustreichen inneramerikanischen Paket- und Expressgeschäfts an den Konkurrenten Fedex soll bis Ende Mai vollzogen sein