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Deutsche Bank Shipping meldet Rekordergebnis

Die DB-Shipping-Chefs Annemarie Ehrhardt und Ralf Bedranowsky
© Foto: VR/Eckhard-Herbert Arndt

Schiffskreditgeschäft bleibt auch in Zukunft von strategischer Bedeutung / Erholung der Schifffahrtsmärkte begünstigte auch das Schiffsfinanzierungs-Haus


Datum:
28.02.2011
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Hamburg. Für die Deutsche Bank-Gruppe stellt die Schiffsfinanzierung auch in Zukunft ein wichtiges Geschäftsfeld dar. Das stellte die Geschäftsleitung der sich um dieses Segmenten kümmernden Tochtergesellschaft DB Shipping am Montag in Hamburg auf der traditionellen Jahrespressekonferenz klar. Ralf Bedranowsky, Global Co-Head of DB Shipping, antwortete auf eine entsprechenden Frage „mit einem klaren Ja". Die große Bedeutung dieses Geschäftes spiegle sich im Übrigen auch im aktuellen Ergebnis wider: Mit einem Vorsteuerergebnis von 76,5 Millionen Euro (2009: 58,8 Millionen Euro) habe DB Shipping das beste Ergebnis seiner 40-jährigen Geschichte erwirtschaftet, berichteten Bedranowsky und seine Geschäftsleitungskollegin, Annemarie Ehrhardt, weiter. Zur Führungsmannschaft gehört darüberhinaus seit September 2010 Simon Booth, der allerdings am Montag nicht in Hamburg zugegen war.

Chinas Stahlhunger ist ein wichtiger Auftraggeber für die Bulker-Schifffahrt

Auch DB Shipping profitierte von der umfassenden Erholung der Weltschifffahrt im vergangenen Jahr. Und für 2011 ist das Unternehmen für die globalen Schifffahrtsmärkte zuversichtlich gestimmt. Zu den großen Überraschungen gehörte für Bedranowsky das Tempo der Erholung der Containerschifffahrt. „Das lag sogar über unsere Erwartungen positiv", sagte er. Die noch bis Ende 2009 einige hundert Frachter zählende Aufliegerflotte schmolz binnen eines Jahres auf einen kleinen Kern zusammen. Ende Dezember 2010 waren gerade noch zwei Prozent der Containerschiffsflotte unbeschäftigt.

Bei DB Shipping geht man davon aus, dass Großcontainerschiffe mit 7500 Standardcontainer (TEU) und darüberhinaus zu den großen Wachstumsträgern dieses Teilmarktes gehören werden. Denn diese Frachter würden schwerpunktmäßig auf den wichtigen Ost-West-Routen zum Einsatz kommen. Für 2011 erwartet Bedranowsky ebenfalls einen positiven Charterratenverlauf in der Containersparte.

Etwas differenzierter stellt sich das Bild in den anderen großen Teilmärkten der Schifffahrt dar. Die Bulker-Reeder profitierten 2010 vom anhaltenden Stahlhunger der chinesischen Volkswirtschaft, was mit entsprechenden Transporten an Erzen und Kohlen einher ging. China sei inzwischen für rund 44 Prozent der Weltstahlerzeugung verantwortlich. Zu den großen Risiken, mit denen die Massengutschifffahrt mittelfristig konfrontiert werde, gehörte das enorme Auftragsbuch. In ihm stehen aktuell 207 Millionen BRZ und damit gut 40 Prozent der fahrenden Flotte. Der Auslieferungsschwerpunkt liegt im laufenden Geschäftsjahr. 2012 folgen dann weitere 15 Prozent des Orderpaketes. Bedranowsky erwartet daher einen entsprechenden „Marktdruck" noch bis ins Jahr 2013 hinein.

Auch bei den Tankern droht eine Ablieferungswelle

Auch die Entwicklung bei den Tankern muss man sich zwei Mal anschauen. Zwar stellte sich auch in diesem Segment 2010 eine allgemeine Markterholung ein. Doch belasteten den Markt erhebliche Neubauauslieferungen, was sich in einem entsprechenden Charerratendruck auswirkte. So kamen 2010 allein 90 Super-Tanker der Typen VLCC und Suezmax in Fahrt. Auch 2011 würden Rohöltanker in nennenswerten Stückzahlen in Fahrt gebracht. Ein kleiner Silberstreif deutet sich jedoch an. Bedranowsky: „Mittelfristig könnte der anhaltende Energiebedarf Asiens ein stärkeres Nachfragewachstum auslösen." Bei den Produktentankern fiel eine durchgreifende Charterratenerholung aus. Der Markt ist traditionell von starken Schwankungen geprägt.

DB Shipping will Konzentrationen auf jeden Fall vermeiden

DB Shipping sieht sich in der Art und Weise, wie das Unternehmen die Weltschifffahrtskrise abgewettert hatte, bestätigt. Zur Handlungsmaxime bei Kreditentscheidungen gehört dabei das Vermeiden von „Konzentrationsrisiken" jeder Art, so Annemarie Ehrhardt, Head of Credit Risk Management. Im Kreditvergabeprozess spielten daher Kriterien wie Schiffstypen, das Schiffsalter bis hin zum juristischen Sitz des Unternehmens eine wichtige Rolle. Deutschland ist zwar weiterhin der wichtigste Ländermarkt, doch legt die Bank großen Wert darauf, Geschäfte weltweit zu machen. Zu den Regionen, die mittel- und längerfristig als chancenreich erachtet werden, gehört zum Beispiel Asien.

Bei den Schiffstypen entfallen die größten Anteile am sogenannten Kreditportfolio auf Containerschiffe (28 Prozent) und Bulker (21,4 Prozent) sowie Tanker (22 Prozent). 93 Prozent der Schiffskredite entfällt auf Tonnage, die jünger als 15 Jahre ist. 2010 hatte das Unternehmen Kreditzusagen über neue Kredite im Umfange von 1,2 Milliarden Euro gemacht. Ehrhardt: „Damit liegen wir auf Vorjahresniveau." Darüber hinaus lägen laut Bedranowsky bereits „feste Zusagen" über „zusätzliche Kreditinanspruchnahmen" in Höhe von 1,8 Milliarden Euro vor.

Offshore-Errichter- und Transportschiffe sind noch kein Thema

Das Thema Schiffsfinanzierung werde alle Beteiligten, Geldgebern wie auch die Reedereien, in den kommenden Jahren vor noch größere Herausforderungen stellen, betonten die beiden Schifffahrts-Banker. Wichtige Handlungsvorgaben ergeben sich dabei auch aus den verschärften „regulatorischen Anforderungen nach Basel III", betonte Bedranowsky. Daher sei es für Kreditnachfrager künftig wichtiger den je über eine ausreichende Eigenkapitalausstattung zu verfügen.

Eher abwartend verfolgt DB Shipping das Thema Finanzierung von „Offshore-Transport- und Errichterschiff". Zwar habe man sich verschiedene Projekte einmal angesehen, doch mehr auch nicht, räumte Bedranowsky ein. Die Branche sei weltweit noch von einer eher gewissen „Verunsicherung" geprägt. (eha) 

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