Frankfurt/Main. Alle Sparten schrieben operativ Gewinn, auch der bisher defizitäre Schienen-Güterverkehr fuhr in die schwarzen Zahlen. Weiter steigende Energiekosten könnten sich auch auf die Fahrpreise auswirken. Angekündigt wurden Erhöhungen aber vorerst nicht. Die politischen Weichen für einen Börsengang von 2008 an könnten gestellt werden, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn. "Der Zeitpunkt ist denkbar günstig." Er gehe davon aus, dass Regierung und Parlament noch in diesem Jahr zu Entscheidungen über eine Teilprivatisierung kommen. Angesichts des Geschäftsverlaufs 2006 könne der Vorstand die Bahn "kapitalmarktfähig melden". Im Gesamtjahr soll das Ebit auf 1,9 Milliarden Euro steigen. Die bereits zuvor angedeutete Erhöhung der ursprünglichen Prognose von 1,6 Milliarden Euro wurde damit bestätigt. Der Umsatz soll nun auf 28,5 Milliarden Euro zunehmen, nachdem bisher die Marke von 28 Milliarden Euro angegeben worden war. Rückenwind brachten die Fußball-WM und eine anziehende Konjunktur vor allem auf den internationalen Frachtmärkten. Erstmals seit dem Start ihrer Sanierung 1994 fahre die Bahn von Jahresbeginn in den schwarzen Zahlen, sagte Mehdorn. Der Halbjahresumsatz stieg um 19,1 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro, wozu die erstmalige Einbeziehung der neuen US-Logistiktochter Bax Global beitrug. Ohne Bax hätte das Plus noch bei 8,1 Prozent gelegen. Positiv zu Buche geschlagen hätten zudem interne Effizienzsteigerungs-Programme. Davon profitierte auch die Güterbahn Railion (früher DB Cargo). Sie verbuchte 104 Millionen Euro Plus nach 15 Millionen Euro Verlust im ersten Halbjahr 2005.
Deutsche Bahn schafft Gewinnsprung im ersten Halbjahr
Die Bahn macht nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr Tempo für einen baldigen Börsengang. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bis Ende Juni mit 936 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum mit 456 Millionen Euro, teilte der bundeseigene Konzern am Montag in Frankfurt mit.