Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik fordert Nachbesserungen am geplanten Reservestärkungsgesetz. Anlässlich der ersten Lesung im Bundestag warnt der Verband davor, dass längere oder gleichzeitige Einberufungen von Reservisten die ohnehin angespannte Personalsituation in Speditionen und Logistikunternehmen zusätzlich verschärfen könnten.
Der Verband unterstützt grundsätzlich eine Stärkung der Reserve und verweist zugleich auf die Bedeutung einer funktionierenden Logistik für die Landes- und Bündnisverteidigung. Auch in Krisensituationen müsse die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung mit Waren gewährleistet bleiben.
Besonders problematisch könnten längere Abwesenheiten von Beschäftigten für Unternehmen werden, die bereits mit Personalengpässen kämpfen. Nach Auffassung des DSLV muss deshalb bei der Einberufung von Reservisten stärker berücksichtigt werden, welche Auswirkungen deren Ausfall auf den jeweiligen Betrieb hat.
Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, bei denen der gleichzeitige Ausfall mehrerer Beschäftigter erhebliche Auswirkungen auf den Betriebsablauf haben kann.
Nachbesserungsbedarf sieht der DSLV außerdem bei der finanziellen Unterstützung für Vertretungen. Nach den bisherigen Regelungen beteiligt sich der Bund an den Kosten einer Ersatzkraft, wenn diese eine vergleichbare Qualifikation wie der einberufene Beschäftigte besitzt und unmittelbar vom Unternehmen eingestellt wird.
Aus Sicht des Verbandes ist diese Vorgabe angesichts der Lage am Arbeitsmarkt zu eng gefasst. Er fordert deshalb, auch befristete Ersatzkräfte mit anderer Qualifikation und Beschäftigte aus der Zeitarbeit in die finanzielle Unterstützung einzubeziehen.
Die Diskussion um das Reservestärkungsgesetz verdeutlicht die besondere Rolle der Logistik in der Krisen- und Verteidigungsplanung. Transportunternehmen müssen nicht nur mit möglichen eigenen Personalausfällen umgehen, sondern gleichzeitig die Versorgung von Bevölkerung, Wirtschaft und staatlichen Stellen sicherstellen.
Der DSLV fordert deshalb, militärische Anforderungen und die Funktionsfähigkeit der zivilen Logistik bei der gesetzlichen Ausgestaltung stärker miteinander zu verzahnen. Vor allem ausreichende Vorlaufzeiten, flexible Möglichkeiten zur Personalvertretung und die Berücksichtigung der betrieblichen Situation sollen verhindern, dass Einberufungen bestehende Engpässe in Speditionen weiter verschärfen.