Defence-Logistik: DSLV warnt vor Personalengpässen durch Reservistendienst

15.10.2026 09:42 Uhr | Lesezeit: 3 min
Security guard stands before colorful cargo containers
Symbolbild: Reservistendienst - DSLV fordert Schutz für Logistikbetriebe
©Foto: Wardani/ AdobeStock

Der DSLV fordert Änderungen am Reservestärkungsgesetz. Speditionen könnten durch längere Ausfälle von Beschäftigten zusätzlich unter Personaldruck geraten.

Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik fordert Nachbesserungen am geplanten Reservestärkungsgesetz. Anlässlich der ersten Lesung im Bundestag warnt der Verband davor, dass längere oder gleichzeitige Einberufungen von Reservisten die ohnehin angespannte Personalsituation in Speditionen und Logistikunternehmen zusätzlich verschärfen könnten.

Der Verband unterstützt grundsätzlich eine Stärkung der Reserve und verweist zugleich auf die Bedeutung einer funktionierenden Logistik für die Landes- und Bündnisverteidigung. Auch in Krisensituationen müsse die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung mit Waren gewährleistet bleiben.

Reservestärkungsgesetz trifft auf Fachkräftemangel

Besonders problematisch könnten längere Abwesenheiten von Beschäftigten für Unternehmen werden, die bereits mit Personalengpässen kämpfen. Nach Auffassung des DSLV muss deshalb bei der Einberufung von Reservisten stärker berücksichtigt werden, welche Auswirkungen deren Ausfall auf den jeweiligen Betrieb hat.

Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, bei denen der gleichzeitige Ausfall mehrerer Beschäftigter erhebliche Auswirkungen auf den Betriebsablauf haben kann.


DSLV fordert drei Monate Vorlauf

Der Verband hält auch die vorgesehene Vorlaufzeit für zu kurz. Statt Einberufungsbescheide acht Wochen vor Beginn des Dienstes zuzustellen, fordert der DSLV einen Vorlauf von mindestens drei Monaten.

Damit sollen Speditionen und Logistikunternehmen mehr Zeit erhalten, um Dienstpläne anzupassen oder Ersatz für einberufene Beschäftigte zu organisieren.

Zudem fordert der Verband, dass Arbeitgeber den Reservistenstatus ihrer Beschäftigten rechtssicher abfragen dürfen. Dadurch könnten mögliche Ausfälle frühzeitig in der Personalplanung berücksichtigt werden.



Ersatzkräfte sollen stärker gefördert werden

Nachbesserungsbedarf sieht der DSLV außerdem bei der finanziellen Unterstützung für Vertretungen. Nach den bisherigen Regelungen beteiligt sich der Bund an den Kosten einer Ersatzkraft, wenn diese eine vergleichbare Qualifikation wie der einberufene Beschäftigte besitzt und unmittelbar vom Unternehmen eingestellt wird.

Aus Sicht des Verbandes ist diese Vorgabe angesichts der Lage am Arbeitsmarkt zu eng gefasst. Er fordert deshalb, auch befristete Ersatzkräfte mit anderer Qualifikation und Beschäftigte aus der Zeitarbeit in die finanzielle Unterstützung einzubeziehen.

Leistungsfähige Logistik auch im Krisenfall notwendig

Die Diskussion um das Reservestärkungsgesetz verdeutlicht die besondere Rolle der Logistik in der Krisen- und Verteidigungsplanung. Transportunternehmen müssen nicht nur mit möglichen eigenen Personalausfällen umgehen, sondern gleichzeitig die Versorgung von Bevölkerung, Wirtschaft und staatlichen Stellen sicherstellen.

Der DSLV fordert deshalb, militärische Anforderungen und die Funktionsfähigkeit der zivilen Logistik bei der gesetzlichen Ausgestaltung stärker miteinander zu verzahnen. Vor allem ausreichende Vorlaufzeiten, flexible Möglichkeiten zur Personalvertretung und die Berücksichtigung der betrieblichen Situation sollen verhindern, dass Einberufungen bestehende Engpässe in Speditionen weiter verschärfen.


Sie sind noch kein VerkehrsRundschau Plus-Abonnent und neugierig?

Mit einem Abonnement zum Profiportal VerkehrsRundschau Plus erhalten Sie Zugang zu exklusiven Inhalten und Hintergrundwissen – von Kennzahlen und Marktübersichten, über vertiefende Premiumnews bis hin zu praktischen Checklisten sowie Arbeitshilfen und vieles mehr. Mit unserem Kennenlern-Abo können Sie sich zwei Monate unverbindlich durchtesten. Dieses läuft automatisch aus, Sie müssen nicht aktiv kündigen.


HASHTAG


#Militärlogistik

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


Projektmanager*in (m/w/d) Supply Chain

Langenfeld (Rheinland) im Kreis Mettmann

Key Account Manager (m/w/d)

Düsseldorf, Remote

Busfahrer (m/w/d)

Saarbrücken

KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.