DB Cargo-Minus im KV beträgt 40 Millionen Euro

21.06.2002 11:40 Uhr

Bahn hofft auf Impulse durch die Lkw-Maut

Die DB Cargo macht im Kombinierten Verkehr (KV) nach wie vor Verluste. Das jährliche Minus beträgt derzeit 40 Millionen Euro. Das sagte DB Cargo-Chef Bernd Malmström am Rande der Gesellschafter-Versammlung von Kombiverkehr in Frankfurt/Main gegenüber der Verkehrs-Rundschau. 1999 sollen die Verluste noch über125 Millionen Euro betragen haben. "Wir wollen in drei Jahren schwarze Zahlen im KV schreiben", sagte Malmström. Dabei geht er davon aus, dass auch die Lkw-Maut für zusätzliche Impulse sorgen wird. DB Cargo könnte auch ohne weiteres neue Sendungen im Netz aufnehmen. Es gäbe zwar auf einzelnen Strecken Engpässe, doch wäre DB Cargo ohne weiteres in der Lage, seine Kapazitäten um 30 Prozent zu erweitern. Zuvor hatte sich Malmström vor den Gesellschaftern zu der Strategie von DB Cargo geäußert. "Die Strategie, nur Carrier zu sein, ist unbefriedigend", sagte Malmström. Mit 400 Kunden wickle DB Cargo 85 Prozent des Geschäftes ab. Diese Großkunden verlangen jedoch Angebotspakete über den Transport hinaus, die DB Cargo derzeit nicht liefern könne. "Wir sind ein ordentlicher Transporteur, aber in der Logistik verfügen wir – vorsichtig formuliert – über kein Know-how", beklagte der Cargo-Chef. Er ließ keine Zweifel dran, dass er dies ändern will. "Die Funktionsanreicherung in Richtung Spedition und Logistik ist ein Zwang", sagte Malmström. Er ließ offen, ob ein solcher Schritt über eine Kooperation oder den Aufkauf einer oder mehrerer Speditionen erfolgen könnte. In der Branche wird seit längerem über eine engere Zusammenarbeit zwischen DB Cargo und Schenker spekuliert. Bislang sind beide zu 50 Prozent an dem Unternehmen Railog beteiligt. Malmström erhofft sich von einer solchen Kooperation auch den Zugriff auf den internationalen Markt. Die europäische Bahn, die es als Erste schafft, einen europäischen Vertrieb aufzubauen, wird der Gewinner sein, sagte der Cargo-Chef. (vr/cd)

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