An einer Medienkonferenz – deren Inhalt offiziell der Halbjahresabschluss war – musste ein Verlust in Höhe von 234 Millionen Franken (305 Millionen Mark) bekannt gegeben werden. Bedingt durch "die vollständige Transparenz über den finanziellen Zustand der Luftverkehrsholding", wie sie vom neuen Swissair-Chef Mario Corti von der Kontrollstelle verlangt worden war, wurde ein Desaster bekannt, das in diesem Ausmaß kaum erwartet worden war. Neben einer Verschuldung von rund 15 Milliarden Franken und einer weitaus dünneren Kapitaldecke als angenommen, kamen auch allerhand eigenartige Transaktionen und Verpflichtungen zum Vorschein. Unter anderem handelt es sich dabei um eine "massive Bilanzkosmetik", betreffend die Anfangsbilanz des laufenden Jahres, was bei der anstehenden Sonderprüfung der Gesellschaft wohl noch für rote Köpfe sorgen wird. Ein großes Loch riss auch die LTU in die Swissair-Kasse, wie Corti betonte. "Ohne LTU hätten wir das Halbjahr mit einem bescheidenen Gewinn abgeschlossen". (vr/hrk)
Das Swissair-Desaster in Zahlen
234 Millionen Franken Verlust im ersten Halbjahr