Knapp zehn Millionen US-Dollar soll das kanadische Unternehmen Heavy Lift Canada auf den Tisch gelegt haben, um damit Ölfördereinrichtungen zu transportieren. Zudem umfasse der Kaufvertrag eine Option auf den Kauf von weiteren 25 Transportballonen zum Stückpreis von zehn Millionen US-Dollar. Im Gegenzug plane Cargolifter sich mit 20 Prozent an Heavy Lift zu beteiligen, um auch am Betrieb des CL 75 zu verdienen. Das war sie, die gute Nachricht. Danach ließ Cargolifter-Vorstand Carl von Gablenz die Katze aus dem Sack und es wurde klar, dass die alten Probleme geblieben oder und größer geworden sind. Den ursprünglichen Finanzbedarf bis zur Serienfertigung korrigierte von Gablenz um 130 Millionen Euro auf 720 Millionen Euro nach oben. Gleichzeitig änderte der Vorstand den Zeitplan um ein Jahr. Die Fertigstellung des Luftschiffprototyps ist nun für Ende 2004 vorgesehen, die Serienfertigung soll danach im Geschäftsjahr 2005/2006 beginnen. Mit dem Erreichen der Gewinnschwelle werde ebenfalls ein Jahr später, also 2006/2007 gerechnet. Die Unternehmensberatung Roland Berger hätte das Marktpotenzial auf vier Millionen Tonnen Fracht im Jahr 2005 veranschlagt. Allerdings rechne die Unternehmensberatung auch, dass Cargolifter zwei Jahre länger brauche, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Cargolifter dagegen drücken noch viel kurzfristigere Sorgen. Die Liquiden Mittel reichen nur noch bis in den April. Und bis zur Serienfertigung fehlen noch 420 Millionen Euro. Das Geld soll in mehreren Schritten eingeworben werden. Im April sollen durch eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe einer Wandelanleihe 50 Millionen Euro eingenommen werden. Zudem führe das Unternehmen Gespräche mit der öffentlichen Hand. Im Sommer soll eine zweite Kapitalerhöhung folgen, die sofern sie erfolgreich ist, zu einer Verdoppelung des Grundkapitals führen kann. Offen ist freilich, ob es Cargolifter gelingt die dazu nötigen Investoren zu finden. Wohl auch deshalb wurde ein Bundesdarlehen in Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro beantragt.
Das Luftschiff wird teuer und fliegt später
Cargolifter startet mit einer guten Nachricht in die diesjährige Hauptversammlung: Der erste Transportballon CL-75 AirCrane sei verkauft worden.