DaimlerChrysler will 100 Prozent der Mautkosten übernehmen

08.05.2003 12:09 Uhr

Die DaimlerChrysler AG will mit ihren Dienstleistern partnerschaftliche Vereinbarungen treffen, in denen die Übernahme der Lkw-Maut für die durch das Unternehmen beauftragten Transportleistungen geregelt wird, das teilte der Stuttgarter Konzern heute in einer Pressemitteilung mit.

Diese Vereinbarungen soll konzerneinheitlich auch für die Tochtergesellschaften gelten, heißt es weiter. Betroffen seien zum Beispiel Materialtransporte von und zu den Produktionswerken der DaimlerChrysler AG, die Ersatzteillogistik wie auch die Neufahrzeugtransporte zu den Niederlassungen und Händlern. DaimlerChrysler will dabei die direkten Mautkosten zu 100 Prozent übernehmen, so Konzernsprecher Raimund Grammer gegenüber LOGISTIK inside. Mautgebühren, die bei Dienstleistern durch Leerkilometer anfallen, sollen hingegen individuell ausgehandelt werden. Damit erklärt DaimlerChrysler als bisher einziges Großunternehmen öffentlich, die direkten Mautkosten voll übernehmen zu wollen. „Wir setzen auch bei den für uns erbrachten Transportleistungen auf ein Höchstmass an Qualität, und diese kann nur durch leistungsstarke Dienstleistungspartner erbracht werden. Wir gehen davon aus, dass weitere Verlader unserem Beispiel folgen werden“, sagt Eckhard Cordes, Vorstand für das Geschäftsfeld Nutzfahrzeuge der DaimlerChrysler AG. Die Kostenbelastung könne vom deutschen Straßengüterverkehr durch Rationalisierungsmassnahmen nicht mehr kompensiert werden. Auch einem Ausgleich der Kosten durch eventuelle Verlagerungen in größerem Umfang auf die Schiene stehen die Systemvorteile des Straßentransports einerseits sowie technische und organisatorische Hemmnisse bei der Schiene andererseits entgegen, so der Stuttgarter Konzern weiter. DaimlerChrysler ist zusammen mit der Deutschen Telekom maßgeblich an Toll Collect beteiligt. Das Konsortium ist vom Bund mit der Erfassung und Abrechnung der Mautgebühren beauftragt. Berüßt wurde die Ankündigung aus Stuttgart vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. „Viele Auftraggeber ließen derzeit ihre Dienstleister noch völlig im Unklaren, ob und in welchem Umfang die Maut-Zusatzkosten übernommen würden. Dies führe zu unerträglichen Spannungen in den Unternehmen und lähme deren Investitions- und Innovationsfähigkeit. Hunderttausende von Mitarbeitern und Fahrern im Transportgewerbe bangten derzeit um ihre Arbeitsplätze. DaimlerChrysler habe für seinen Bereich diese Zukunftsängste mit einem klaren Votum für den Standort Deutschland und seine Dienstleister zerstreut“, so der BGL in einer Presseerklärung. Der BGL hoffe, dass die derzeit laufenden Marktgespräche zu partnerschaftlichen Vereinbarungen des deutschen Verkehrsgewerbes mit seinen Auftraggebern auf breiter Front in Industrie und Handel führen. Ein Standort mit „kaputter Logistik“ und maroden Transportunternehmen wäre ein entscheidender Wettbewerbsnachteil, dessen Langfristwirkungen weit über die Mehrkosten der Lkw-Maut hinausgehen. Wie viel die deutschen Verlader und Transporteure insgesamt von den Mautkosten übernehmen wollen, lesen Sie im Sonderheft, „Lkw-Maut Spezial“, das am 20. Mai im Verlag Heinrich Vogel erscheint. Erhältlich ist das „Lkw-Maut Spezial“ zum Preis von 24,90 Euro zzgl. Versand beim Verlag Heinrich Vogel, Leserservice, Neumarkter Str. 18, 81664 München, Tel: 0180/ 5 26 26 18 Fax: 0180/ 5 99 11 55. (0,12 Euro pro Minute). Oder online bestellen (Hier clicken...)

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