DaimlerChrysler räumt Fehler der Industrie bei der LKW-Maut ein

08.03.2004 16:36 Uhr

Vorstand Jürgen Hubbert: "Alle Seiten haben die Komplexität des Themas unterschätzt"

Berlin. Der Automobil-Konzern DaimlerChrysler hat eine Mitschuld der Industrie am Fehlstart des elektronischen LKW-Maut-Systems eingeräumt. "Alle haben Fehler gemacht: die Industrie und die Politik", sagte DaimlerChrysler-Vorstand Jürgen Hubbert der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). "Bei der LKW-Maut ist an vielen Stellen nicht sorgfältig genug gearbeitet worden." Hubbert wies darauf hin, dass die Industrie für die Entwicklung des Systems durch die zweite Ausschreibung des Ministeriums zu wenig Zeit gehabt habe. "Außerdem haben alle Seiten die Komplexität des Themas unterschätzt", sagte er. Hubbert ist überzeugt, dass sich schon bald die Überlegenheit des satellitengestützten Systems zeigen werde. "In einigen Jahren werden Politiker und Techniker aus aller Welt nach Deutschland kommen, um das weltweit beste Mautsystem in Funktion zu sehen", betonte er. Ende Februar hatten sich die Bundesregierung und das Betreiberkonsortium - Telekom, DaimlerChrysler und Cofiroute - auf den Start der LKW-Maut in einer abgespeckten Version zum 1. Januar 2005 geeinigt. Unterdessen hat der Mainzer Finanzwissenschaftler und frühere Wirtschaftsweise Rolf Peffekoven der Bundesregierung im Zusammenhang mit den Mautausfällen Rechentricks vorgeworfen. In einem Beitrag für den "Tagesspiegel" (Montagsausgabe) schreibt Peffekoven, "die Bürger werden hinters Licht geführt". So werde verschwiegen, dass die Toll-Collect-Unternehmen "die Schadensersatzleistungen steuermindernd geltend machen werden. Von daher werden wieder geringere Steuereinnahmen anfallen, was die Defizitquote wieder erhöhen wird." (vr/dpa)

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