Daimler verhandelt über Einstieg beim russischen LKW-Riesen Kamaz

25.07.2008 12:51 Uhr
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Daimler ist an Kamaz interessiert. (Foto: Kamaz)
© Foto: Kamaz

Daimler will LKW-Geschäft in Russland deutlich ausweiten: Entscheidung bis Jahresende erwartet

Stuttgart (dpa) - Daimler prüft eine Beteiligung am russischen Lkw-Bauer Kamaz. Daimler habe im zweiten Quartal Verhandlungen mit der russischen Investmentgesellschaft Troika Dialog aufgenommen, die 42 Prozent der Anteile an Kamaz verkaufen wolle, teilte Daimler am Freitag in Stuttgart mit. In einem Bieterverfahren, an dem verschiedene andere westeuropäische Hersteller teilgenommen hätten, sei Daimler als exklusiver Verhandlungspartner ausgewählt worden. Inzwischen habe Daimler mit der Prüfung der Kamaz-Bücher begonnen, die zügig abgeschlossen werden solle. Eine endgültige Entscheidung werde bis Jahresende angepeilt. Kamaz sieht sich selbst als größter Autohersteller in Russland und als weltweite Nummer 11 unter den größten Nutzfahrzeugherstellern. Zugleich rangiert das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit auf Platz 8 der größten Hersteller von Dieselmotoren. Der Konzern beschäftigt rund 59.000 Arbeitnehmer. Die Produktionskapazität wird mit 71.000 LKW, 60.000 Antriebseinheiten sowie 1500 Bussen angegeben. Kamaz ist den Angaben zufolge Markftührer auf dem russischen LKW-Markt. Mit 53.000 verkauften Einheiten sei das Unternehmen 2007 auf einen Marktanteil von 25 Prozent gekommen. Der Umsatz lag bei 3,8 Milliarden US-Dollar. Daimler hingegen verkaufte dort im vergangenen Jahr 1.300 LKW. Insgesamt seien in Russland im vergangenen Jahr 154.000 LKW über sechs Tonnen verkauft worden. In den kommenden zwei Jahren rechnet Daimler mit einem Wachstum des Marktes um rund 20 Prozent. Insbesondere die Nachfrage nach schweren LKW treibt diese Entwicklung massiv an. In eine Kooperation mit Kamaz soll sowohl Entwicklungs-, als auch Produktions- und Vertriebs-Know-How der beiden Unternehmen einfließen, hieß es in der Mitteilung von Daimler. Dabei könne Daimler das technische Know-how einbringen, während Kamaz über Anlagen, Vertriebsstrukturen und ein gutes Netzwerk vor Ort verfüge. Alternativ prüfe der Konzern auch, eine eigene Fabrik für die dortige Montage von Daimler-LKW in Russland zu bauen. Ziel sei es, das LKW-Geschäft in Russland deutlich auszuweiten und Zugang zum Volumenmarkt zu erhalten. Neben dem möglichen Einstieg bei Kamaz will Daimler auch sein eigenes Service-Netz in Russland bis 2010 von 30 auf 48 Standorte ausbauen. Der Chef von Troika Dialog, Andrej Scharonow, hatte Anfang Juni angekündigt, seinen Kamaz-Anteil Daimler anbieten zu wollen. Daneben hatte er auch Volvo und die Fiat-Tochter Iveco zu Gesprächen eingeladen. (dpa)

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