Stuttgart. Der Stuttgarter Automobilkonzern Daimler rechnet im kommenden Jahr mit einer Abschwächung der LKW-Konjunktur auf dem europäischen Markt. In diesem Jahr werde der Markt sowohl in West-, als auch in Osteuropa nochmals wachsen, sagte Daimler-Vorstand Andreas Renschler der "Stuttgarter Zeitung" (Freitagsausgabe). Im nächsten Jahr sei dann mit einem leichten Rückgang des Gesamtmarktes in Europa zu rechnen, sagte Renschler. Auch in Osteuropa, wo die Entwicklung bisher sehr dynamisch war, werde das Wachstum nachlassen. Auf dem US-Markt rechnet Daimler in diesem Jahr mit einer Zunahme des Absatzes von schweren LKW. Renschler deutete jedoch an, dass weitere Produktionskürzungen in den US-Werken der Tochter Freightliner nicht ausgeschlossen werden können. "Wir beobachten den Markt sehr genau und haben jetzt noch einmal eine Schicht gestrichen, um uns der Marktentwicklung anzupassen." Da Daimler gleichzeitig ein zweites Werk in Mexiko baue, das nächstes Jahr in Betrieb geht, überlege der Konzern gerade, ob die Kapazitäten angemessen seien. Trotz dieser Eintrübung sieht Renschler gute Perspektiven für die europäischen Standorte: Für dieses Jahr seien bei Mercedes-Benz Lkw die Auftragsbücher voll. "Und wir haben heute eine große Flexibilität an unseren europäischen Standorten. Wir haben im Vergleich mit den Wettbewerbern wenige Stornierungen." Dies habe auch damit zu tun, dass Daimler Aufträge nicht um jeden Preis hereingenommen habe, sondern hier sehr konservativ unterwegs sei. Der Daimler-Vorstand bekräftigte, dass die Truck-Sparte in diesem Jahr zulegen soll. "Wir rechnen weiter damit, dass in diesem Jahr der weltweite Absatz der Truck-Sparte zunimmt und auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbessert werden kann", zitiert das Blatt Renschler. (dpa)
Daimler rechnet 2009 mit Abschwächung der LKW-Konjunktur in Europa
Im nächsten Jahr sei mit einem leichten Rückgang des Gesamtmarktes in Europa zu rechnen