Continental und United haben freie Bahn für Fusion

22.04.2010 18:04 Uhr
Continental Airlines
Einer Fusion von Continental und United Airlines steht nichts mehr im Wege. Der Konkurrent US Airways zog sich von Verhandlungen zurück
© Foto: Continental Airlines

US Airways zieht sich zurück / United und Continental würden durch Fusion zu weltgrößter Fluglinie

Houston/Tempe. Die beiden US-Fluggesellschaften Continental und United Airlines haben freie Bahn für eine Fusion zur weltweiten Nummer eins. Am Donnerstag zog sich der Rivale US Airways zurück. Er hatte eigentlich mit United zusammengehen wollen. „Nach intensiver Prüfung und gewissenhafter Abwägung hat unser Verwaltungsrat entschieden, diese Gespräche zu beenden“, sagte Konzernchef Doug Parker in Tempe (US-Bundesstaat Arizona). Anfang des Monats waren die Verhandlungen an die Öffentlichkeit gedrungen. Zwischenzeitlich hat sich United aber Continental Airlines zugewandt. Nach Ansicht von Analysten passen die beiden Unternehmen besser zueinander. Sie würden bei einem Zusammenschluss zur größten Fluglinie der Welt aufsteigen und Delta Air Lines von der Spitzenposition verdrängen. Continental-Chef Jeff Smisek wollte die Spekulationen nicht kommentieren. Er sagte aber, das Management werde alle Möglichkeiten im besten Interesse des Unternehmens ausloten. Nach Medienberichten schauen sich die beiden Wettbewerber gerade gegenseitig in ihre Bücher, um dann schon in der kommenden Woche eine Entscheidung zu fällen. Sie sind bereits über das Luftfahrtbündnis Star Alliance miteinander verbandelt. Diesem gehört auch die Lufthansa an. In der krisengeplagten Branche herrschen Sparzwänge und ein starker Konsolidierungsdruck. Bereits 2008 hatten Continental und United erfolglos über einen Zusammenschluss verhandelt. Aber erst das Auftauchen von US Airways brachte die Gespräche wieder in Gang. In der Branche wurde spekuliert, United habe nur mit US Airways gesprochen, um Continental eifersüchtig zu machen. In der Wirtschaftskrise waren die Fluggäste ausgeblieben, nun lasten die steigenden Treibstoffpreise auf den Gesellschaften. Zuletzt schrieb sogar Continental wieder rote Zahlen. Unterm Strich kam im ersten Quartal ein Minus von 146 Millionen Dollar heraus. Konzernchef Smisek begründete das schlechte Abschneiden auch mit den Wetterkapriolen am wichtigen Drehkreuz Newark. Heftige Schneefälle in diesem Winter hatten den Betrieb am Flughafen vor den Toren New Yorks mehrfach gelähmt. Continental hatte im Vorjahreszeitraum bereits 136 Millionen Dollar verloren, war im Schlussquartal 2009 aber als eine der wenigen US-Fluggesellschaften in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Damals schrieben United und US Airways noch Verluste. Sie legen ihre Zwischenbilanzen in den kommenden Tagen vor. Continental-Chef Smisek hofft nun darauf, dass sich mit der anziehenden Wirtschaft auch die Lage bei Continental entspannt. Immerhin stieg der Umsatz erstmals seit langem wieder: im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar. Für US-Airways-Chef Doug Parker gibt es aber nur einen guten Weg aus der Dauerkrise heraus: „Unserer Meinung nach macht eine Konsolidierung in einer zersplitterten Branche wie der unsrigen Sinn.“ (dpa)

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