China lockt ausländische Piloten mit dem Scheckheft

27.08.2013 12:01 Uhr
Air China
Für die Flotten in China benötigt man Personal: Flugzeug von Air China
© Foto: CCL/Thomas Fanghaenel

China ist nach Russland das zweite Land, das den sich abzeichnenden personellen Engpass in den Flugzeugkanzeln durch Anwerbung fremder Flugzeugführer verhindern möchte.

Peking. Die Pekinger Regierung will ein attraktives und finanziell äußerst lukratives Programm auflegen, um eine Vielzahl ausländischer Piloten in die Cockpits der nationalen Passagier- und Frachtfluggesellschaften zu locken. China ist nach Russland damit das zweite Land, das den sich abzeichnenden personellen Engpass in den Flugzeugkanzeln durch den Import fremder Flugzeugführer verhindern möchte. Dieser zeichnet sich durch die massive Ausdehnung des Luftverkehrs sowohl auf inländischen Strecken wie auch auf interkontinentalen Routen ab. So sind derzeit 2.090 Flugzeuge bei chinesischen Airlines im Einsatz. Gleichzeitig liegen feste Bestellungen für weitere rund 800 Maschinen vor, die kommerziell eingesetzt werden sollen. Jedes dieser Geräte benötigt für den Dauerbetrieb im Schnitt zwölf Piloten, was die Beschäftigung von knapp 10.000 zusätzlichen Flugzeugführern in den kommenden Jahren erforderlich macht.

Anlass für den Boom des dortigen Luftverkehrs ist der rapide wachsende Mittelstand des Landes, dessen Kaufkraft Flugreisen zunehmend erschwinglich macht. Hinzu kommt das stetige Wirtschaftswachstum, wenngleich in jüngster Zeit etwas eingetrübt, was zu vermehrten Gütertransporten per Luftfracht führt. Mit Air China Cargo und China Airlines Cargo sowie der Hainan-Gruppe verfügt das Land über große Kapazitätsanbieter.

Bis zu 200.000 Euro Jahresgehalt

Um Bewerbern den Job im Cockpit einer chinesischen Airline schmackhaft zu machen, sollen erfahrenen Kapitänen jährliche Gehälter von umgerechnet mehr als 200.000 Euro angeboten werden. Dies entspricht etwa der doppelten Summe, die heutige Vier-Streifenträger bei US-Fluglinien verdienen.

Zwar bemüht sich Peking, Pilotennachwuchs im eigenen Land zu rekrutieren. Aber es dauert im Schnitt zehn Jahre, bis ein Flugzeugführer sich qualifiziert und genügend Erfahrung gesammelt hat, um als Kapitän in den Rang eines Kommandanten aufzusteigen.

China ist indes nicht das einzige Land, das über zu wenig Flugzeugführer verfügt. Einer Bedarfsanalyse von Flugzeughersteller Boeing zufolge werden im asiatisch-pazifischen Großraum wegen des dortigen massiven Wachstum des Luftverkehrs bis 2031 rund 185.600 zusätzliche Piloten benötigt. Das entspricht rund 40 Prozent des gesamten globalen Pilotenbedarfs. Heute sind dort 56.000 Kapitäne und Erste Offiziere bei örtlichen Airlines beschäftigt. (hs)

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