Haben Sie schon einen Blick in Ihre Schuhe geworfen? Oder schauen Sie sich mal das Etikett in Ihrem Hemd an. Was werden Sie dort mit hoher Wahrscheinlichkeit lesen? Drei Worte: Made in China. Wir werden überschwemmt von Produkten aus einem Land, das sich anschickt, zur größten Volkswirtschaft der Welt zu werden. Trotz des „Angriffs aus Fernost“, wie der Spiegel vor wenigen Wochen titelte, mag so mancher Fuhrunternehmer denken: „Was geht mich die Entwicklung in China an?“ Auf den ersten Blick verständlich, denn Logistikleistungen lassen sich nicht so leicht exportieren wie Textilien oder Autos. Sie müssen mit Menschen vor Ort erbracht werden, so dass ein wesentlicher Vorteil chinesischer Wirtschaftsgüter – der günstige Lohn – in der Verkehrswirtschaft nicht greift. Chinesische Konkurrenz braucht der deutsche Transporteur also nicht zu befürchten. Das ist jedoch kein Grund, die Augen zu verschließen vor dem, was in China passiert. Denn wenn immer mehr Güter in Fernost statt in Europa produziert werden, sterben damit auch viele Kunden der Fuhrbetriebe aus. Ein weiterer Grund betrifft den Ressourcenverbrauch. Benötigt China weiterhin so viel Energie für seine Aufholjagd, ist absehbar, dass die Preise für Kraftstoffe weiter steigen werden. Und irgendwie müssen die immer zahlreicheren Exporte aus China ihren Weg vom Flug- oder Seehafen in Europa zum Kunden finden. Nicht immer müssen es die großen Luft- oder Seefrachtspeditionen sein, die dafür den Auftrag erhalten. Gerade mittelständische Speditionen, von denen es auch in China eine Reihe gibt, vertrauen sich lieber ihresgleichen an. Hier eröffnet sich ein neues Potenzial, was offenbar auch einige Mittelständler so sehen. Daher kann es nicht verkehrt sein, die Entwicklung in China im Auge zu behalten. Michael Cordes Redakteur
China geht uns alle an
Der Kommentar der Woche von Michael Cordes, Redakteur