Cebit 2003: Die fetten Jahre sind vorbei

11.03.2003 07:00 Uhr

Am 12. März hat die Computermesse Cebit in Hannover ihre Tore geöffnet.

Auf der diesjährigen Cebit, die vom 12. bis 19. März auf dem hannoverschen Messegelände stattfindet, bleiben viele Aussteller aus, weil sie sich den teuren Auftritt in Hannover einfach nicht mehr leisten können. Auch ob die Besucherzahl 674.000 auf der Cebit 2002 in diesem Jahr wieder annähernd erreicht wird, muss bezweifelt werden. Derzeit rechnet die Deutsche Messe AG als Veranstalter der Cebit 2003 mit nur noch 6526 Ausstellern (Stand: 6. März). Das bedeutet über 700 weniger beziehungsweise einen Rückgang von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als es noch 7264 Aussteller gewesen waren. Die Ausstellungsfläche soll in diesem Jahr netto 354.119 Quadratmeter betragen. Sie fällt damit im Vergleich zum Vorjahr (397.000 Quadratmeter) ebenfalls um mehr als zehn Prozent geringer aus. Stellt man diese Rückgänge neben deutlich schlechtere Ergebnisse anderer großer Branchenmessen wie etwa der Systems oder der Comdex, schlägt sich die Cebit aber sogar noch recht achtbar. Trotz dieser ernüchternden Perspektive bleibt die Cebit weiterhin unangefochten die Nummer Eins unter den internationalen IT-Messen. Sie ist das Konjunkturbarometer nicht nur für die Unternehmen der IT-Branche, sondern für die Wirtschaft insgesamt, also Industrie- und Handelsunternehmen, deren Zukunft letztlich auch von der Innovationskraft der Hard- und Softwareentwicklungen und deren optimalen Einsatz abhängen wird. Allerdings ist die IT nicht das Allheilmittel, sondern sie muss sich in ein durchgängiges Management integrieren lassen, das ohne Reibungsverluste auch auf die Systeme von Lieferanten und Kunden zugreift. Diese Forderung nach vollständiger Integration aller an der Supply Chain Beteiligten ist nicht neu, wird aber nicht mehr nur von den Großunternehmen nachgefragt, sondern verstärkt auch vom Mittelstand, um dessen Existenz es ja vielfach gerade geht. In der derzeitigen Krise, die in Deutschland vor allem auch den Mittelstand betrifft, steckt deshalb vielleicht sogar die Chance für die Cebit und die IT-Branche insgesamt. Haben sich doch Jahre lang etwa die Anbieter von Lösungen für das Enterprise Resource Planning (ERP) darüber beklagt, dass sich mittelständische Unternehmen eher zögerlich auf Investitionen in diesem Bereich einlassen wollen, so steht der Mittelstand nun im Zugzwang. Er muss heute in seine IT-Strukturen investieren, um morgen am Markt überhaupt noch überleben zu können. Dabei geht es nicht mehr darum, einzelne Prozesse zu optimieren, sondern die Gesamtheit aller internen und externen Unternehmensprozesse auf einen Nenner zu bringen. Integration und E-Readiness sind die zentralen Themen, die sich durch das gesamte Cebit-Angebot wie ein roter Faden ziehen

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