Berlin - Das Umweltbundesamt will eine deutlich höhere Autobahngebühr für Lastwagen, als dies Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) plant. Der Präsident der Behörde, Andreas Troge, sagte der «Berliner Zeitung» (Samstag), es müssten außerdem Bundesstraßen einbezogen werden. Die bislang vorgesehene Maut von 25 Pfennig pro Kilometer werde den Verkehr nicht verringern, sondern bremse lediglich das Wachstum ein wenig ab. Deswegen müsse die Schwerverkehrsabgabe schrittweise «hochgefahren» werden. Damit widersprach Troge Überlegungen Bodewigs, Belastungen für Spediteure durch Steuersenkungen auszugleichen. Nach Ansicht des Interessenverbandes Allianz pro Schiene sollte die Maut nach ihrer Einführung jährlich angehoben werden. Realistisch sei im Jahr 2010 eine Gebühr von durchschnittlich 70 Euro-Cents, also etwa 1,35 Mark pro Kilometer, sagte Geschäftsführer Holger Jansen der dpa. Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch über die Einführung der Lastwagengebühr entscheiden. Sie soll auf allen Autobahnen, abhängig von der gefahrenen Strecke, der Zahl der Achsen und dem Schadstoffausstoß erhoben werden. Bodewig hat nach Informationen der «Welt am Sonntag» für das Maut- Gesetz eine neue umfangreiche Studie in Auftrag gegeben, um der EU den Kostenanteil von Lastwagen ab 12 Tonnen an Bau, Erhalt und Betrieb der Autobahnen nachzuweisen. Die EU muss der Regelung zustimmen. Bis Jahresende will das Verkehrsministerium die genaue Höhe der Maut festlegen. (dpa)