München. Es gab Zeiten, da konnten Kinder noch auf der Straße spielen. Heute können sie das nicht einmal mehr auf dem Gehsteig. Mit diesem Worten begann Bundespräsident Horst Köhler seine Rede am 14. Januar in München bei der Verleihung der "Gelben Engel", ein Preis des ADAC, der zum sechsten Mal verliehen wurde. Der Bundespräsident rief zu weniger Autofahrten auf und kritisierte vor allem die Fahrten von nur wenigen Meter, etwa "zum Bäcker um die Ecke". Mobilität, wie sie heute praktiziert wird, sei nicht zukunftsfähig. In erster Linie müsse der öffentliche Nah- und Fernverkehr ausgebaut werden. Wolfgang Reitzle, Vorstandsvorsitzender des Industriegasekonzerns Linde, wurde als "Persönlichkeit 2010" ausgezeichnet. Das ADAC-Präsidium ehrte Reitzles langjähriges, starkes Engagement für Wasserstoff als Treibstoff der Zukunft. Mehr als eine Viertelmillion haben sich laut ADAC an der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" beteiligt und sich für die neue E-Klasse von Mercedes entschieden. Der VW Polo landete auf Platz zwei knapp vor dem BMW X1. Zur Wahl standen 47 Fahrzeugtypen, die seit Anfang 2009 auf den Markt gekommen sind. Weitere Preisträger sind Subaru, Bosch und Audi. Subaru erhielt den "Gelben Engel" in der Kategorie "Qualität". Bosch wurde in der Kategorie "Innovation und Umwelt" ausgezeichnet für die neue ABS-Generation für Motorräder. Zur "Marke" 2010 wählte der ADAC Audi. (beg)
Bundespräsident Köhler fordert Umdenken in Sachen Mobilität
Bei der Verleihung der "Gelben Engel" des ADAC in München kritisiert Horst Köhler exzessive und oft unnütze Autofahrten