Bundesamt für Seeschifffahrt fordert besseren Klimaschutz

24.09.2009 17:05 Uhr
Containerschiff-290
Auf die Schifffahrtsindustrie kommen in den nächsten Jahren erhebliche Anforderungen hinsichtlich des Klimaschutzes zu
© Foto: ddp/Guelland

Anlässlich des diesjährigen Weltschifftags plädiert BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz für intensivere Klimaschutz-Anstrengungen

Hamburg. Auf die Schifffahrtsindustrie kommen in den nächsten Jahren erhebliche Anforderungen hinsichtlich des Klimaschutzes zu. Darauf wies die Präsidentin des in Hamburg ansässigen Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Monika Breuch-Moritz, jetzt hin. Trotzdem schneide der Verkehrsträger Schiff, was das Verhältnis von Treibstoffverbrauch und Schadstoffausstoß zu beförderter Nutzlast angeht, schon heute im Verkehrsträgervergleich am besten ab, so Breuch-Moritz in ihrer Stellungnahme zum Weltschifffahrtstag der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) am 25.September. Auf Betreiben der IMO seien bis heute wichtige Maßnahmen zum Klimaschutz eingeleitet worden. Das gelte beispielsweise für den Schwefelgehalt der Schiffstreibstoffe. Breuch-Moritz erinnerte daran, dass der im Schiffstreibstoff maximal zugelassene Schwefelgehalt noch einmal drastisch verringert werden solle. Vorreiter dieser Entwicklung sind die sogenannten „Schwefel-Sondergebiete“ Ostsee (seit 2006) und Nordsee (seit 2007). Der Schwefelgehalt soll hier und auch in anderen Seegebiete schrittweise auf bis zu 0,1 Prozent gesenkt werden. Zudem würden künftig bei Schiffsneubauten nur noch Motoren mit möglichst geringen Stickoxidemissionen zugelassen. Neben der Treibstoffzusammensetzung soll ein Klimaschutzbeitrag des Schiffes auch über den allgemeinen Brennstoffverbrauch geleistet werden. Dazu habe die IMO „vor kurzem zukunftsweisende Beschlüsse gefasst“. Neue Schiffe sollten nach demnach so konstruiert werden, dass sie effizienter im Verbrauch sind. Die BSH-Chefin: „ Anhand eines Bewertungs-Index wird dann sofort erkennbar, ob es sich um ein sparsames Schiff oder einen Spritschlucker handelt.“ Große Erwartungen knüpft Breuch-Moritz an das nationale Forschungsprogramm Kliwas. Es wurde vom Bundesverkehrsministerium initiiert und soll bis 2013 Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserstraßen und die Schifffahrt in Deutschland hervorbringen. Dass der Klimawandel die Weltschifffahrt auch physisch treffen werde, davon ist die BSH-Präsidentin überzeugt. So bestehe das Risiko, dass sich in den nächsten Jahren sturmflutreichere Winter und höherer Seegang auf den Meeren als Folge intensiverer Stürme häufen. Das hätte dann auch Auswirkungen auf die allgemeine Schiffssicherheit. (eha)

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