In der überarbeiteten Neufassung von „Technik in Deutschland“ veranschaulicht Joachim Radkau die Geschichte der Maschinen und technologischen Geistesblitze vom 18. Jahrhundert bis heute. Dabei analysiert der Bielefelder Professor für Neue Geschichte vor allem das Zusammenspiel zwischen Fortschritt, Mensch und Umwelt. Radkau verdeutlicht in fünf Kapiteln, dass die deutsche Technikgeschichte nicht bloß aus Innovationen, sondern auch aus zahlreichen Fehlschlägen besteht. Er berichtet von Problemen durch knapper werdende Ressourcen, vom Aussterben alter und Entstehen neuer Berufszweige und der Veränderung der Lebensweisen durch neue Erfindungen. Radkau versteht sein Buch als Plädoyer für die „vernünftige Langsamkeit“ des Fortschritts und betont den deutschen Sonderweg in der Entwicklung der Technik. „Erfolgreiche Neuerungen vollzogen sich in aller Regel nicht in abrupten Sprüngen, sondern in vielen kleinen Schritten, und der über langjährige Erfahrungen laufende Lernprozess ließ sich nur bedingt forcieren“, erklärt der Wissenschaftler – und unterstreicht damit die Bedeutung der allmählichen technischen Weiterentwicklung für Wirtschaft und Gesellschaft. (ag) Joachim Radkau, Technik in Deutschland. Vom 18. Jahrhundert bis heute. Campus, Frankfurt/Main 2008, 420 Seiten, 29,90 Euro, ISBN 978-3-5933-8689-8
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