Großraum- und Schwertransporte (GST) sowie Kranarbeiten seien elementar für eine funktionierende Logistik in einer Industrienation, betonte der BSK bei seiner zweitägigen Jahreshauptversammlung am 9. und 10. Oktober in Köln. Trotz einiger Fortschritte, hier seien das VEMAGS-Update aus dem Sommer 2026 und die grundlegend überarbeitete RGST zu nennen, sieht die Branche enormes Verbesserungspotenzial für ein leistungsfähiges GST-Ökosystem.
„Mehr Digitalisierung und vereinheitlichte Regelungen für das ganze Land sowie eine stärkere Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur und Bürokratieabbau könnten die deutlich spürbaren Belastungen für die Firmen im Logistikalltag minimieren“, erklärte der BSK.
Prozesse noch zu kompliziert und zu analog
„Meine Vorgänger, meine Mitstreiter und ich sind mit vielen unserer Anliegen in letzter Zeit bei den Entscheidungsträgern stärker durchgedrungen. Das Problembewusstsein, wie maßgeblich eine funktionierende Logistik mit ihrer Königsdisziplin, dem Großraum- und Schwertransport, für den Wohlstand des Landes ist, stieg kontinuierlich, was uns hilft“, sagte BSK-Geschäftsführer Dierk Hochgesang. „Aber trotzdem gilt: Wir sehen die Branche weiterhin unter Druck, weil viele Prozesse noch zu kompliziert und zu analog verfasst sind sowie über Ländergrenzen unterschiedlich gehandhabt werden. Dass die neuen Richtlinien für Großraum- und Schwertransporte, kurz RGST 2026, da in Zukunft ein Mehr an Digitalisierung ermöglichen sollen, befürworten wir selbstredend.“
BSK sieht Abstimmungsbedarf
Dringenden Abstimmungsbedarf gibt es laut BSK beim Ausrollen der neuen VEMAGS-Version mit RGST-2026-Vorgaben. „Wir müssen dringend verhindern, dass es zu einem Stillstand bei den Genehmigungen und einem riesigen Rückstau bei den Anträgen kommt, wenn das bisherige System am 31. März 2027 abgeschaltet und das neue mit bereits existierenden Antragsdaten ab 1. April noch einmal erneut befüllt werden würde“, sagte Hochgesang. „Hier benötigen wir das Engagement aller Beteiligten für eine praktikable Übergangslösung, damit dieser Super-GAU für die Branche und damit auch für die Wirtschaft verhindert wird.“
Einheitlichere Regelungen für Schwertransporte
Auf das Thema einer deutschlandweiten Vereinheitlichung ging der BSK-Aufsichtsratsvorsitzende Andreas Kahl näher ein. Es gebe aufgrund unterschiedlicher Regelungen in den Bundesländern einen „wahren Flickenteppich in unserem Land hinsichtlich der Genehmigungsverfahren für unsere Transporte“, sagte Kahl. „So etwas bindet für die Anträge unglaublich viele Kapazitäten, so dass wir uns als Unternehmen der GST-Branche eher oft wie eine Behörde fühlen und weniger als ein Transportdienstleister, der wichtige Industriegüter oder Baustoffe an ihren Einsatzort bringt.“ Er appellierte an die Politik, „die Einführung einer deutschlandweit viel homogeneren Gesetzgebung“ zu forcieren. Dadurch könne man die „brachliegenden Potenziale für Wachstum“ besser nutzen, sagte Kahl.