Boeing sieht Ende der Krise Mitte 2010

15.06.2009 13:51 Uhr
Scott Carson - Boeing
Scott Carson, Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte.
© Foto: Boeing

Scott Carson, Chef der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte, sieht Talsohle erreicht / Leichte Erholung des Frachtbereichs schon dieses Jahr möglich

Paris. Der US-Flugzeughersteller Boeing rechnet im Gegensatz zu seinem europäischen Konkurrenten Airbus bereits Mitte nächsten Jahres mit einer Erholung des weltweiten Luftfahrtmarktes. „Wir könnten beim weltweitem Verkehr die Talsohle erreicht haben“, sagte der Chef der Verkehrsflugzeugsparte, Scott Carson, am Montag auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Paris-Le Bourget. Eine Normalisierung auf den Finanzmärkten könnte sich dann in der zweiten Hälfte 2010 durchsetzen. „Wir haben den Eindruck, es gibt Grund zur Hoffnung.“ Unklar sei, wie steil der Aufschwung sein werde. Seinen neuen Langstreckenflieger 787 „Dreamliner“ will Boeing nach etlichen Verzögerungen nun wie geplant bis Ende Juni in die Luft bringen. Der Chef der Airbus-Mutter EADS, Louis Gallois, hatte sich am Wochenende skeptischer gegeben. Er rechnet damit, dass auch die Jahre 2010 und 2011 noch schwierig werden. Airbus-Chef Tom Enders erwartet 2011 einen Rückgang der Auslieferungen um 15 bis 25 Prozent. Schon jetzt drückt Airbus bei der Produktion auf die Bremse. Schwerwiegende Folgen für Frachtflugzeug-Bereich Die Folgen der Krise für die Kunden, insbesondere im Frachtflugzeug-Bereich, seien schwerwiegend, räumte Carson ein. „40 bis 50 Prozent Einbruch ist für viele Frachtflieger normal. Doch das scheint auszulaufen.“ Eine leichte Erholung im Frachtbereich könnte aber „schon dieses Jahr, sicherlich 2010“ einsetzen. Die Prognose für den Passagierverkehr sei schwieriger. „Wenn wir den Boden erreicht haben und mehr Kapital verfügbar ist, haben wir die Chance, unsere Produktionsrate zu halten.“ Boeing-Konzernchef Jim McNerney hatte vor Messebeginn erklärt, er rechnet mit einem Wiederanziehen der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte 2010. Bis dahin seien keine weiteren Produktionskürzungen nötig. Es wurden aber Aufträge auf 2010 und 2011 verschoben. Allerdings hatte die Boeing-Fertigung 2008 stark unter einem langen Streik gelitten. Die Fertigung der 777 wurde von sieben auf fünf im Monat verringert. „Ich glaube, wenn sich die Krise 2011 und 2012 verlängert, wäre das eine Herausforderung für uns“, sagte McNerney. „Die meisten Volkswirte sagen, dass es sich ab 2011/2012 verbessern wird. Ich muss ihnen also glauben. Aber ich bleibe optimistisch: Die Aussichten der Branche bleiben langfristig sehr gut.“

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