Berlin. Das Bundesverkehrsministerium hat wegen der aktuellen Haushaltsmisere mehrere Verkehrsprojekte für die Fußballweltmeisterschaft 2006 gestrichen. „Einiges müssen wir streichen, aber das Wichtigste werden wir bis zur WM umsetzen“, sagte Ressortchef Manfred Stolpe. Insgesamt stünden für Infrastrukturvorhaben jetzt nur noch 350 statt der noch im März vorgesehenen 500 Millionen Euro zur Verfügung. Der SPD-Politiker bestätigte, in seinem gesamten Investitionshaushalt 2005/06 könnten im schlimmsten Fall zwei Milliarden Euro fehlen. „Das sind allerdings die finstersten Prognosen“. Von der Mittelkürzung sind offenbar die Pläne zum sechsspurigen Ausbau der Autobahn A 66 Wiesbaden-Frankfurt/Main und des westlichen Berliner Rings betroffen. In Bayern solle auf den Umbau des Autobahnkreuzes Neufahrn verzichtet werden, in Niedersachsen solle das Autobahnkreuz Hannover nicht vor 2006 ausgebaut werden. „Wenn das eine oder andere Projekt nicht fertig wird, ist das kein Drama“, meinte Verkehrs-Staatsekretärin Angelika Mertens (SPD). Baden-Württembergs Verkehrsminister Ulrich Müller (CDU) sprach von einer „Katastrophe für die Weltmeisterschaft“. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages, Eduard Oswald (CSU), befürchtete ein Verkehrschaos und eine Blamage für den WM-Ausrichter Deutschland. Der CDU-Wirtschaftspolitiker Peter Rauen, Vorsitzender des Sportausschusses des Bundestages, warf der Regierung vor, ihre Zusagen zu brechen. (jök.)
BMV: Nicht alle WM-Verkehrsprojekte können gebaut werden
Opposition fürchtet ein Verkehrschaos und eine Blamage für den Weltmeisterschafts-Gastgeber Deutschland