Duisburg. Die deutschen Binnenschiffer haben bei Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) ein Förderprogramm zur Flottenmodernisierung angemahnt. Allein in der Tankschifffahrt müssten innerhalb von zehn Jahren 200 Einhüllenschiffe gegen Doppelhüllentanker ersetzt oder aufwendig umgebaut werden. Explosive Güter wie Benzin und Rohbenzin dürften schon ab 2016 nicht mehr in Einhüllentankern transportiert werden, teilte der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) heute in Duisburg mit. In der Koalitionsvereinbarung von CDU/CSU und SPD seien die Sicherung und der Erhalt der Binnenschifffahrt als zentrales Anliegen fixiert, sagte Verbandspräsident Gunther Jaegers. Noch in dieser Legislaturperiode müsse ein Förderprogramm verabschiedet werden. Denkbar seien Staatsbürgschaften nach niederländischem Vorbild oder Zinszuschüsse. Die niederländischen Nachbarn gelten als größte Konkurrenten der deutschen Binnenschiffer. «Die Rahmenbedingungen in den Niederlanden sind besser als bei uns», betonte Jaegers. Einen hohen Modernisierungsstau sehen die Binnenschiffer auch in der Trockengutschifffahrt. Dort liege das Durchschnittsalter der Schiffe bei 56 Jahren. „Wenn ein Programm kommt, muss es deshalb für die ganze Binnenschifffahrt gelten“, sagte Jaegers. Dringenden Handlungsbedarf habe bereits eine Studie der EU-Kommission zu den administrativen und rechtlichen Hemmnissen in der Binnenschifffahrt erkannt. (dpa)
Binnenschiffer fordern Staatsbeihilfen für moderne Schiffe
Förderprogramm zur Flottenmodernisierung: Unternehmen brauchen Hilfen zum Austausch der Einhüllentanker