Mannheim. Fehlschläge bei Mautbetreiberprojekten in Lübeck und Sydney haben Deutschlands zweitgrößten Baukonzern Bilfinger Berger tief in die roten Zahlen gedrückt. Im ersten Halbjahr schlug wegen Wertberichtigungen ein Verlust von 36 Millionen Euro zu Buche, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 16 Millionen Euro verzeichnet worden war, teilte das Unternehmen heute in Mannheim mit. Das Vorsteuerergebnis lag bei minus 14 Millionen nach plus 29 Millionen in den ersten sechs Monaten 2005. Die Einmalbelastung belief sich auf 53 Millionen Euro. Die Verkehrszahlen bei den Mautprojekten Cross City Tunnel in Sydney und dem Herrentunnel in Lübeck lägen nach zehnmonatigem Betrieb noch immer unter den Erwartungen, erklärte Bilfinger Berger und kündigte einen Strategiewechsel an: Künftig werde sich das Mannheimer Unternehmen nur noch bei Verkehrsinfrastrukturprojekten engagieren, deren Erfolge nur begrenzt an das Verkehrsaufkommen gekoppelt sind. Trotz des Gewinneinbruchs werde für das Gesamtjahr an dem Ziel festgehalten, das Nettoergebnis vom Vorjahr (2005: 66 Mio Euro) auszubauen, bekräftigte Bilfinger Berger. Die Prognose für die Bauleistungen wurde von ursprünglich 7,2 Milliarden auf 7,5 Milliarden Euro angehoben. 2005 hatten die Bauleistungen 7,06 Milliarden Euro betragen. Im ersten Halbjahr 2006 kletterte der Auftragseingang nach Unternehmensangaben um 26 Prozent auf 4,67 Milliarden und der Auftragsbestand um 17 Prozent auf einen Rekordwert von 8,1 Milliarden Euro. Die Bauleistungen wurden im Vergleich zum Vorjahrzeitraum um neun Prozent auf 3,6 Milliarden Euro gesteigert. (dpa/tz)
Bilfinger Berger tief in den roten Zahlen
Fehlschläge bei Mautprojekten in Lübeck und Sydney bescheren Baukonzern Verluste in Millionenhöhe