BGL-Präsident Grewer: Einführung von Euro 6 verschieben

04.05.2010 14:53 Uhr

Der Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung fordert das Aufschieben der Einführung von Euro-6-Motoren für Nutzfahrzeuge um zwei Jahre

Dortmund. Der Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) hat die Politik aufgefordert, die Einführung von Euro-6-Motoren für Nutzfahrzeuge um zwei Jahre zu verschieben. „Die Fahrzeuge sind 10.000 Euro teurer, haben einen höheren Verbrauch und leisten damit kaum einen Beitrag zum Umweltschutz“, kritisierte der Verbandschef auf dem 10. Branchenforum Stahl des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik NRW in Dortmund. Er möchte damit den Fuhrunternehmen unsinnige Investitionen ersparen, wenn womöglich zwei Jahre nach der Einführung von Euro 6 die CO2-Abgabe Realität werde und damit das Gewerbe dann wieder neue Fahrzeuge anschaffen müsste. „Sinnvoll wäre es vielmehr, der Industrie Zeit zu geben für die Weiterentwicklung der Motoren mit dem Ziel, den Verbrauch und damit die CO2-Emissionen spürbar zu senken.“ Auf dem Forum sprach sich Roderik Hömann, Leiter Abteilung Energie, Verkehr, Betriebswirtschaft und Beschaffung bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl, für die Erhöhung der Gewichte von schweren LKW auf 44 Tonnen aus. „Da könnten wir statt einem Coil zwei Coils transportieren. Das würde 100.000 LKW-Fahrten pro Jahr sparen, was acht Prozent aller LKW-Fahrten in der Stahlindustrie entspricht“, sagte Hömann. Werner Reh, Referent für Verkehr beim Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND), sieht in der Ausweitung der Maße und Gewichte keine Lösung: „Laut einer Untersuchung sind von den 38.000 Brücken auf den Fernstraßen die Hälfte marode. Da verursacht eine Erhöhung der Gewichte nur noch größere Probleme“, mahnte Reh. Also müsste man verstärkt in die Straßeninfrastruktur investieren. Dafür habe die Bundesregierung jedoch nicht genügend Geld, sagte Oswald Metzger, ehemaliger Bundestagsabgeordneter der Grünen und damals deren haushaltspolitischer Sprecher und heute CDU-Mitglied. Die bestehenden Verkehrswegepläne seien nichts als „moderne Märchenbücher, deren Finanzierung durch keinen Etat gedeckt seien.“ (cd) Einen ausführlichen Nachbericht zum Branchenforum Stahl können Sie in der VerkehrsRundschau Nr. 18 nachlesen, die am 7. Mai erscheint.

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