Bericht: Japan Airlines soll rund 15.000 Stellen streichen

11.01.2010 10:26 Uhr

Staatlicher Sanierungsplan sieht Abbau von 15.600 Stellen bis 2013 vor / Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz wahrscheinlich

Tokio. Bei der wahrscheinlich vor der Insolvenz stehenden Fluggesellschaft Japan Airlines sollen laut Medienberichten 15.600 Arbeitsplätze oder ein Drittel der Gesamtbelegschaft abgebaut werden. Das sehe ein staatlicher Sanierungsplan bis März 2013 vor, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Montag unter Berufung auf informierte Kreise. Die Sanierung der größten Fluggesellschaft Asiens solle in einem Insolvenzverfahren mit Gläubigerschutz erfolgen. Laut "Wall Street Journal" haben die wichtigsten Gläubigerbanken ihren Widerstand gegen eine Sanierung weitgehend aufgegeben. Die staatliche Sanierungsgesellschaft ETIC wird voraussichtlich bis zum 19. Januar eine Entscheidung treffen. Ein schwieriger Knackpunkt sind die enormen Rentenzahlungen an 9000 frühere Mitarbeiter, die JAL um 30 Prozent drücken will. JAL braucht dazu die Zustimmung von zwei Drittel der früheren Mitarbeiter. Die Frist dafür läuft an diesem Dienstag aus und es sieht nach Medienberichten nicht danach aus, als erhielte die einstige Staats-Airline die Zustimmung der Pensionäre. Diese befürchten nämlich, dass sie angesichts der voraussichtlichen Insolvenz künftig noch weitere Kürzungen werden hinnehmen müssen. Die staatliche Anstalt ETIC, die Unternehmen bei der Sanierung unterstützen soll, will demnach ferner JAL dazu drängen, die Beteiligungsangebote der beiden US-Rivalen American Airlines und Delta abzuschlagen, hieß es. Nach Ansicht der ETIC würde eine Kapitalbeteiligung der zwei größten US-Linien den Sanierungsprozess zu komplizierter machen. Nach ihren Schätzungen übersteigen die Verbindlichkeiten der größten japanischen Fluglinie das Vermögen um mehr als 860 Milliarden Yen (6,5 Mrd Euro). Mit Hilfe des Insolvenzverfahrens plane die ETIC, die Schulden um 730 Milliarden Yen zu senken und 300 Milliarden Yen zu investieren. JAL kann sich derzeit nur mit staatlichen Notkrediten in der Luft halten. (dpa)

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