Belgiens Häfen schwimmen auf einer Containerwelle

22.07.2008 10:17 Uhr
Antwerpen 290
Der Hafen in Antwerpen (Bild: Archiv)

Seegüterumschlag im 1.Halbjahr: Zeebrügge legt noch kräftiger zu als Antwerpen, Scheldehafen vermisst große Stahlimportmengen aus China

Antwerpen/Zeebrügge. Der Containerumschlag bereitet den flämischen Seehäfen Antwerpen und Zeebrügge weiter Freude. Im ersten Halbjahr konnten beide Hafenstandorte ihr Umschlagergebnis mit den genormten Einheitskisten wieder im zweistelligen Prozentbereich verbessern. Dabei überholte Zeebrügge sogar seinen Mitbewerber Antwerpen, geht aus jetzt vorgelegtem Zahlenmaterial für die ersten sechs Monate hervor. In Zeebrügge freut sich die Hafenverwaltung MBZ über 1,1 Millionen Standardcontainer (TEU) und damit gut 15,1 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2007. Die MBZ rechnet mit einer Fortsetzung des Wachstumstrends auch in der zweiten Jahreshälfte. So begönne die französische Reederei CMA CGM mit einem neuen Fernost-Dienst, in dem Zeebrügge der erste Löschhafen in Europa sein werde. Der Gesamtumschlag im zweitgrößten belgischen Hafen betrug im aktuellen Berichtszeitraum 21,4 Millionen Tonnen (t) (plus 3,3 Prozent). Seine Rolle als führender europäischer Autohafen festigte Zeebrügge mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 1,1 Millionen Fahrzeuge. In Antwerpen weist der Städtische Hafenbetrieb Antwerpen (SHA) für den aktuellen Berichtszeitraum einen Containerumschlag von 4,4 Millionen TEU aus. Das entspricht einem Plus von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vom einem geradezu „spektukulären Zuwachs“ spricht der SHA im Zusammenhang mit der Umschlagentwicklung im neuen, auf dem linken Scheldeufer gelegenen Terminal-Komplex „Deurganckdok“. Allein in diesem Hafenteil, der seit Mitte 2005 zur Verfügung steht, wurden zwischen Januar und Juni dieses Jahres rund 39 Prozent mehr TEU umgeschlagen als im Vergleichszeitraum 2007. Für das erste Semester weist der SHA einen auf Tonnenbasis beruhenden Umschlag von 52,2 Millionen t aus – ein Zuwachs von gut zwölf Prozent. Neben dem Wachstum aus eigener Kraft heraus profitierte Antwerpen auch von den Arbeitskonflikten in Le Havre, die Verlagerungen in den Scheldehafen nach sich zogen. Der Gesamtumschlag des zweitgrößten europäischen Seehafens belief sich im aktuellen Berichtszeitraum auf gut 96,2 Millionen t, ein Plus von 8,1 Prozent oder 7,2 Millionen t. Der Massengutumschlag liegt mit 33,2 Millionen t um 9,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Einen empfindlichen Dämpfer erfuhr Antwerpen beim konventionellen Stückgut, eigentlich eine Domäne des Scheldehafens. Der Gesamtumschlag unterschreitet das Vorjahresergebnis um gut 13 Prozent. Vor allem das Wegbrechen von großen Mengen chinesischen Importstahls habe seine Spuren hinterlassen, so der SHA. (eha)

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