München. Die sechs bayerischen Landeshäfen Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau haben 2003 die Gesamtumschlagmenge von 20,75 Millionen Tonnen um 1 Prozent auf 20,97 Millionen Tonnen erhöhen können. Deren Geschäftsführer, Joachim Zimmermann, zeigte sich angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im vergangenen Jahr zufrieden mit dem Verlauf. Vor allem die Binnenschifffahrt hatte mit widrigen Umständen zu kämpfen, die das Ergebnis negativ beeinflusst haben: ein Hochwasser Anfang des Jahres und das Niedrigwasser an Rhein und Donau im Sommer. Hinzu kam die geringere Produktion in der Landwirtschaft und der Konkurs der Maxhütte, die zu Einbußen geführt hätten. Dennoch stieg der Güterumschlag im Schiffsverkehr um 8,7 Prozent auf 5,14 Millionen Tonnen. Einen noch deutlicheren Sprung verzeichneten die Häfen im Eisenbahngüterverkehr. Der Güterumschlag erhöhte sich um 20,6 Prozent auf 2,72 Millionen Tonnen. Rückläufig war hingegen der Umschlag per LKW mit 4,8 Prozent auf 13,11 Millionen Tonnen. Den Umsatz der Gruppe bezifferte Zimmermann auf 16 Millionen Euro. Die Häfen würden gewinnorientiert arbeiten, ohne dass er konkrete Zahlen nennen wollte. Zimmermann kündigte an, dass vor allem am Standort am Güterverkehrszentrum (GVZ) in Nürnberg kräftig investiert werden soll. 25 Millionen Euro sind für den Ausbau der trimodalen Umschlaganlage im Kombinierten Verkehr (KV) eingeplant. Derzeit werden dort 100.000 TEU umgeschlagen. Das Potential nach einer Modernisierung bezifferte Zimmermann auf 150.000 TEU. Hinzu könnten in einer zweiten Phase weitere 150.000 TEU aus dem Umschlagterminal der Deutschen Bahn kommen. Die Bahn beabsichtigt, ihr derzeitiges Terminal in der Nürnberger Innenstadt aufzugeben und sich auf dem GVZ anzusiedeln. Zimmermann rechnet damit, dass mit dem Bau der ersten Phase im zweiten Halbjahr 2004 begonnen werden kann und die Inbetriebnahme im Frühjahr 2006 geplant ist. Der Start der Bauphase für das DB-Modul soll etwa neue Monate später beginnen. Außerdem kündigte Zimmermann an, dass es noch in diesem Jahr eine Rollende Landstraße (Rola) von Regensburg nach Sopron (Ungarn) geben wird. Es handelt sich dabei um die Verlängerung einer bereits bestehenden Rola von Wels (Österreich) nach Sopron. Vier Abfahrten pro Woche sind geplant. Damit sollen jährlich 50.000 LKW-Transporte auf die Schiene verlagert werden. (vr/cd)
Bayerische Landeshäfen mit kleinem Plus
Neue Rola zwischen Regensburg und Sopron/Ungarn