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Bahnvertreter fordern EU-Plan für Schieneninfrastruktur

CER-Exekutivdirektor Johannes Ludewig
© Foto: Michael Gottschalk / ddp

CER-Exekutivdirektor Johannes Ludewig sieht Güterschiene im Vergleich zu LKW benachteiligt


Datum:
13.10.2010
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Brüssel. Die Bahn sieht sich bei den Bemühungen der Europäischen Union, den CO2-Ausstoß des Verkehrs zu verringern, nur als kleines Problem, dafür aber als einen wichtigen Teil der möglichen Lösungen. Außerdem würden Bahnvertreter es begrüßen, wenn die EU-Kommission in ihrem für Dezember angekündigten Strategiepapier für die Verkehrspolitik der kommenden zehn Jahre, dem so genannten Weißbuch, ein klares CO2-Ziel für den Verkehr bis 2020 setze. Diese Bilanz zog Jannie Haek von der belgischen Eisenbahngesellschaf SNCB am Ende der Konferenz „CO2-Reduzierung im europäischen Verkehrswesen: die Rolle der Bahn", die von der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER) am Dienstag in Brüssel veranstaltet wurde.

Dabei wichen die Redner oft vom eigentlichen Thema der Konferenz ab und machten sich allgemein Gedanken über die Zukunft der Bahn im europäischen Verkehrsnetz. Denn dass die Schiene im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern, vor allem Straße und Luft, überaus gut dastehe in ihrer CO2-Bilanz, hielt außer dem Europaabgeordneten Boguslaw Liberadzki keiner für diskussionswürdig. Der Pole wies auf die Situation in seinem Heimatland hin, wo Strom noch immer zu 95 Prozent aus Kohlekraftwerken käme. Die CO2-Bilanz der polnischen Bahn sei auf diesem Hintergrund gar nicht gut zu nennen.

Doch diesen osteuropäischen Blick griff keiner auf. Vielmehr wurde viel darüber gesprochen, wie der Wert der Bahn als eher umweltfreundliches Transportmittel aufgewertet werden könne. Jacqueline McGlade, Exekutivdirektorin der Europäischen Umweltagentur (EEA), sieht in den Serviceleistungen den Schlüssel zum Erfolg. Wenn das Komplettangebot verlockend sei, spiele auch der Preis nur eine untergeordnete Rolle.

Das Problem, so CER-Exekutivdirektor Johannes Ludewig, sei dabei jedoch, dass die Bahn gerade im Vergleich zur Straße nicht die gleichen Chancen erhalte. „Was möglich ist, ist abhängig von der Infrastruktur", sagte der ehemalige Chef der Deutschen Bahn. Deshalb seien bedeutende Investitionen in die Schieneninfrastruktur nötig. Einen Trend in diese Richtung erkennt Ludewig aber nicht. Die Schienenprojekte im Rahmen der Transeuropäischen Netzwerke (TEN-V) seinen viel zu klein, um im großen Stil etwas zu ändern. Jeder EU-Staat verfolge bei der Verkehrsinfrastruktur seine eigenen Projekte. Deutschland zum Beispiel investiere gerade massiv in die Straße. „Man bräuchte einen europäischen Plan, doch den sehe ich nicht", so Ludewig.

Außerdem sei es schon bemerkenswert, dass in Europa jeder Transportträger eigene Abgabe- und Besteuerungssysteme habe. Was für den einen gelte, existiere beim anderen nicht. An der Anlastung von volkswirtschaftlichen Kosten wie zum Beispiel Umweltschäden bei allen Verkehrsträgern, was ein Hinweis auf die bevorstehenden Diskussionen des EU-Verkehrsministerrats am kommenden Freitag zur neuen LKW-Maut war, führe langfristig kein Weg vorbei. (kw) 

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