Hamburg: Aufgrund massiver Wartezeiten am HHLA-Terminal Burchardkai haben am vergangenen Freitag mehrere Bahnoperateure die Ver- und Entladung ausgesetzt. Die HHLA habe die IGS Intermodal Container Logistics darüber informiert, dass eine Abfertigung der Züge an diesem Tage nicht möglich sei, teilte der Operateur seinen Kunden mit. Einen Vorschlag zu alternativen Abfertigungszeiten habe der Terminalbetreiber nicht gemacht, hieß es in dem Schreiben. Das Unternehmen setzte daraufhin die Verladungen zum Burchardkai aus. „Diese Maßnahme ist leider unumgänglich und dient der Stabilisierung des Zugsystems“, heißt es in dem Schreiben.
Spediteure berichten, die bahnseitigen Verspätungen seien auf über 30 Stunden angewachsen. Mittlerweile gäbe es überhaupt keine Fahrpläne mehr. Auch Containertrucker klagen über massive Standzeiten. Aufgrund langer Wartezeiten an den Terminals erheben viele Unternehmen mittlerweile einen Stauzuschlag für Hamburg, der zwischen 20 und 60 Euro pro Rundlauf liegt. In einem Schreiben hatte die HHLA die Probleme in der Abfertigungsqualität mit einem hohen zusätzlichen Mengenaufkommen erklärt. Der Bahnumschlag hatte bereits in der vergangenen Woche um 20 Prozent über dem Vorjahresaufkommen gelegen. Ein Kaimauerschaden habe zudem auch Verzögerungen beim Umschlag auf Feederschiffe verursacht. Weitere Ursache sei eine Peaksituation, die durch die gleichzeitige Abfertigung von zwei Großschiffen entstanden sei, teilte ein HHLA-Sprecher gegenüber der Presse mit.
Während nach Darstellung der HHLA die Probleme am Burchardkai punktuell sind, zeichnen Spediteure ein anderes Bild. Sie verweisen darauf, dass es bereits im Frühjahr über mehrere Wochen hinweg Abfertigungsprobleme gegeben haben. (hel)