Bahnchef Mehdorn wehrt sich gegen Kritiker

15.03.2001 19:07 Uhr

Von Bodewig einberufene Task Force soll am 20. März erstmals tagen

Bahnchef Hartmut Mehdorn (SPD) hat sich gegen Kritik an der Bahn in der Frage einer Trennung von Netz und Betrieb zur Wehr gesetzt. Wer den angeblichen Monopolisten Bahn kritisiere und sich gleichzeitig zu Gunsten der Straße stark mache, der beweise wenig Sachverstand, was die tatsächliche Wettbewerbssituation der Bahn angehe, erklärte Mehdorn am Donnerstag in Berlin. "Auf keinem Schienennetz in Europa fahren mehr private Wettbewerber als in Deutschland." Trotzdem habe die Bahnreform der öffentlichen Hand nach Berechnung von Experten über 100 Milliarden Mark eingespart. Gerade die Integration von Netz und Betrieb habe bei rückläufigen öffentlichen Mitteln für die Infrastruktur dazu geführt, dass die Bahn in hohem Maße einen Ausgleich aus eigenen Mitteln geschaffen habe. Die Produktivität der Bahn sei seit der Bahnreform um über 100 Prozent gestiegen. Für einer Trennung von Netz und Betrieb gebe es bisher kein erfolgreiches Modell. Auch dem Vorstand der Bahn sei aber klar, dass allein schon unter dem Gesichtspunkt des Eisenbahnstrukturpakets der EU die verkehrspolitische Unabhängigkeit des Netzzugangs beachtet werden müsse. Die von Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) einberufene Expertengruppe zur Prüfung von Organisationsmodellen für ein unabhängiges Schienennetz soll am 20. März zum ersten Mal tagen. Bodewig betonte, im Mittelpunkt der Analyse müsse insbesondere die Frage stehen, wie gesichert werden könne, dass die Vergabe der Trassen und die Festlegung der Preise unabhängig von Weisungen zum Beispiel einer Holding erfolge. Die Prüfungen reichten von einer unabhängigen Organisation im Bereich der Bahn-Holding bis zu einer völligen Herauslösung oder der Einrichtung einer Regulierungsbehörde. Es sei erforderlich, sich frühzeitig und intensiv auf das Eisenbahninfrastrukturpaket für eine Liberalisierung in der EU vorzubereiten, unterstrich der Minister. Die Bahn selbst habe dabei erklärt, dass sie etwa bei der Fracht das Ziel einer Verdoppelung bis 2015 nicht allein bewältigen könne. Ein Teil des Zuwachses müsse von Dritten getragen und der Wettbewerb auf der Schiene verbessert werden. (vr/dpa)

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