Bahnchef Mehdorn kritisiert EU-Kommission

30.01.2002 15:49 Uhr

Agentur soll Vermittlerrolle zwischen den verschiedenen einzelstaatlichen Behörden übernehmen

Der deutsche Bahnchef Hartmut Mehdorn hat Pläne der EU-Kommission zur Schaffung einer europäischen Eisenbahnagentur kritisiert. Eine solche Behörde schaffe neue Regeln, ohne alte abzuschaffen, sagte Mehdorn am Dienstagabend in Brüssel am Rande eines Treffens der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen (GEB). "Wir brauchen bei der Bahn weniger Gesetze, aber nicht mehr", sagte der Bahnchef weiter. Mit dem neuen zusätzlichen Amt verändere man vielleicht "den Biegungsgrad der Banane, aber nicht den Geschmack". EU-Verkehrskommissarin Loyolo de Palacio hatte in der vergangenen Woche Pläne zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Schienenverkehrs vorgeschlagen. Diese sehen unter anderem eine neue europäische Agentur für die Sicherheit und die Angleichung der in der EU nach wie vor unterschiedlichen technischen Bedingungen im Eisenbahnverkehr vor. Die 100 Experten dieser Agentur sollen der EU-Kommission für Entscheidungen in diesen Bereichen zuarbeiten. Außerdem soll die Agentur eine Vermittlerrolle zwischen den verschiedenen zuständigen einzelstaatlichen Behörden übernehmen. (vr/dpa)

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