München. Die Finanzkrise und die konjunkturelle Abkühlung machen sich immer stärker auch im Güterverkehrsgewerbe bemerkbar. Ein Indiz dafür: Der Aufwärtstrend bei den Preisen im Straßengüterverkehr ist gestoppt. Im vierten Quartal gab der VerkehrsRundschau-Index, der erste Transportpreisindex für den Straßengüterverkehr in Deutschland, um 0,28 Prozent nach. Die Preisrallye im deutschen Straßengüterverkehr legt eine Atempause ein. Das belegen die neuesten Zahlen zum VerkehrsRundschau-Index, bei dem über 240 Logistikdienstleister und Verlader befragt wurden. Der Index betrug im vierten Quartal 2008 118,11 Punkte nach 117,78 Punkten im dritten Quartal 2008. Das entspricht einem Minus von 0,28 Prozent. Im Quartal zuvor war der Index noch um 2,75 Prozent gestiegen. Auch bei dem Aufkommen zeichnet sich eine Stagnation ab. Jeder zweite Verlader gibt an, dass das Gütervolumen in den letzten drei Monaten bei ihm konstant geblieben ist. Bei 28,2 Prozent der Auftraggeber hat sich die Tonnage erhöht, während 21,4 Prozent sinkende Mengen zu verzeichnen haben. Von großer Bedeutung für die Fuhrbetriebe ist die weitere Entwicklung der Transportpreise, da zum 1. Januar 2009 die LKW-Maut kräftig angehoben wird. Trotz dieser zusätzlichen Kosten glauben nur 22,2 Prozent der Befragten, dass die Frachtraten im ersten Quartal steigen werden. Wie die VerkehrsRundschau weiter schreibt, rührt die Skepsis womöglich daher, dass die Übernahme solcher Belastungen durch die Verlader in vielen Fällen mit einer zeitlichen Verzögerung erfolgt. Infolgedessen rechnen auch deutlich mehr Teilnehmer mit einer Verteuerung des LKW-Verkehrs auf das kommende Jahr bezogen, und zwar 51,6 Prozent der Befragten. Im Vergleich zum letzten Quartal hat sich dieser Wert jedoch deutlich verschlechtert. Damals äußerten noch 79,3 Prozent der Verlader und Dienstleister die Ansicht, die Frachtraten werden in den kommenden zwölf Monaten steigen. Wie eine Zusatzbefragung ergab, glauben nur 56 Prozent der Logistikdienstleister, dass es ihnen gelingt, die Mauterhöhung komplett an die Kunden weiterreichen zu können. Bei den Verladern sagen 40 Prozent, dass sie die mit der Erhöhung verbundenen Kosten komplett übernehmen wollen. 22 Prozent unter ihnen ist sich noch nicht sicher, wie er mit der höheren LKW-Gebühr umgehen soll. Fast ein Drittel will nur einen Teil der Kosten tragen. Der VerkehrsRundschau-Index wird von der Fachzeitschrift VerkehrsRundschau ermittelt. Die VerkehrsRundschau erscheint wie das Fach- und Wirtschaftsmagazin LOGISTIK inside im Verlag Sprinter Transport Media. (sv)
Aufwärtstrend bei den Transportpreisen gestoppt
VerkehrsRundschau-Index sinkt im vierten Quartal 2008 um 0,28 Prozent