Essen. Um seine Glücksspiel-Leidenschaft zu finanzieren, hat ein Transportunternehmer aus Münster zwischen 2006 und 2008 sechsmal Banken überfallen. Am Dienstag wurde der 54-Jährige vom Essener Landgericht zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Zuvor hatte er ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Tatorte lagen in Essen und Bochum, die Beute soll sich auf rund 50.000 Euro belaufen haben. Beim letzten Überfall hatte sich der 54-Jährige sogar mit nur 15 Euro zufriedengegeben. In die Strafe wurde noch eine weitere Verurteilung wegen eines früheren Banküberfalls in Hagen einbezogen. Der Angeklagte war für die Raubzüge gezielt ins Ruhrgebiet gefahren. Dort kannte er sich nach eigenen Angaben gut aus. Sparkassen in seiner Heimatstadt Münster hatte er gemieden. Er habe Angst gehabt, zufällig auf Bekannte zu stoßen, hatte er im Prozess vor der 2. Strafkammer erklärt. In Essen und Bochum hielt er das für ausgeschlossen. Das erbeutete Geld will der allein lebende 54-Jährige anschließend verspielt haben. Sein Transport-Unternehmen soll zur Tatzeit nicht in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt haben. Der Angeklagte war bei allen Überfällen maskiert und mit einem Schreckschussrevolver bewaffnet. Sein Fluchtfahrzeug war ein Fahrrad. Wie im Prozess bekannt wurde, versuchte der Angeklagte nach der Überfallserie von Essen und Bochum, noch eine weitere Bank in Hagen zu überfallen. Dort war er jedoch direkt nach der Tat festgenommen worden. Wie es heißt, hatte sich der 54-Jährige damals gleich doppelt verkalkuliert: Erstens hatte er sein Fahrrad zu weit entfernt abgestellt, zweitens ging der Fluchtweg steil bergauf. (dpa)
Am Rande: Gefängnishaft für Spediteur
Radelnder Transportunternehmer muss wegen wiederholtem Bankraub achteinhalb Jahre hinter Gitter