WIEN. Die einstweilige Anordnung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach die Bestimmungen des Transitvertrags exakt eingehalten werden müssen, hat in Österreich zu kontroversen Stellungnahmen geführt. Verkehrsministerin Monika Forstinger (FPÖ) bezeichnet diese Entscheidung als "großen Erfolg für Österreich". Die Wirtschaftskammer Österreich warnt vor solchen Jubelmeldungen. Sie befürchtet eine Gefährdung des gesamten europäischen Güterverkehrs. Noch ist nicht klar, wie die Kürzung um 150.000 Fahrten oder eine Million Ökopunkte auf die einzelnen Länder aufgeteilt wird. Befürchtet wird in Österreich allerdings, dass jene Länder, die ihr Vorjahreskontingent besonders intensiv ausgeschöpft haben, stärker betroffen sein könnten. In diesem Fall wären österreichische, deutsche und italienische Transportunternehmen überproportional betroffen, denn sie zählen zu den Vielfahrern im Nord-Süd-Transit. Die Verteilung der nächsten Ökopunkte-Tranche – um 500.000 Punkte weniger als vorgesehen – wird darüber erste Aufschlüsse geben. (vr/rv)
Alpentransit in der Krise
Die österreichische Wirtschaftskammer befürchtet eine Gefährdung des gesamten europäischen Güterverkehrs.