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Air France-KLM Cargo baut weiter Kapazitäten ab

Gegen Air France-KLM läuft eine Sammelklage
© Foto: KLM

Gegen die Fluggesellschaft läuft eine Sammelklage von europäischen Verladern wegen illegaler Preisabsprachen


Datum:
04.10.2010
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Paris. Die französisch-niederländische Luftfahrtgesellschaft Air France-KLM setzt im Frachtbereich (AF-KLM Cargo) die vor zwei Jahren eingeschlagene Strategie fort, vorzugsweise die Laderäume von Passagierflugzeugen als Frachtraum zu nutzen, für Cargo-Transporte Passagiermaschinen einzusetzen und auf Vollcargo-Maschinen zu verzichten oder nur als konjunkturstrategische Reserve zu verwenden.

Nach einem Bericht von „Transports Actualités" ist die Gesamt-Frachtkapazität im Geschäftsjahr 2009-2010 gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent gesunken. Seit 2008 hat die Gesellschaft ihr Vollcargo-Angebot um 41 Prozent verringert und die entsprechenden Frachtkapazitäten im Kombiverkehr um 20 Prozent abgebaut. 54 Prozent der Nutzfläche entfallen zurzeit auf Passagierflugzeuge, das sind 13 Prozent mehr als 2008. Fügt man die Kombi-Kapazitäten hinzu, ergeben sich nunmehr 66 Prozent. Die der reinen Frachtflieger ist im selben Zeitraum von 46 auf 34 Prozent gesunken. Deren Aktivitäten sind inzwischen bei der Tochter Martinair am Amsterdamer Flughafen Schiphol zusammengefasst.

Mit einem Betriebsgewinn von 11 Millionen Euro im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs 2010-2011 ist der Frachtsektor dabei, sich von den durch die Krise bedingten Verlusten im Vorjahres-Vergleichszeitraum wieder zu erholen. Sie lauteten auf 197 Millionen Euro. Vorstand Michael Wisbrun freut sich heute, dass Air France-KLM Cargo „rasch reagiert und die Kapazitäten verringert" hat. Die weitere Marktentwicklung bleibt für ihn aber eher unsicher. Für 2011 rechnet er mit zwei bis vier Prozent Zuwachs, für 2012 nur noch mit zwei Prozent.

Darüberhinaus hat es Air France-KLM nunmehr mit einer Klage von mehreren europäischen Verladern wegen illegaler Tarifabsprachen zu tun, in die auch mehrere andere internationale Fluggesellschaften verwickelt sein sollen. Die Kläger verlangen über 500 Millionen Euro Schadensersatz und Zinsen und gehören folgenden Wirtschaftsbereichen an: Handy-Herstellung, Elektronik, Pharmahersteller, Autoindustrie, Lebensmittel und Mode.

Die Klage von 300 Unternehmen, eingereicht vom irischen Kabinett Claims Funding International (CFI), richtet sich gegen die drei Gesellschaften Air France, KLM und Martinair, wie die Pariser Nachrichtenagentur „AFP" berichtet. In den USA hat Air France-KLM im Juli im Rahmen einer Klage bereits 87 Millionen US-Dollar Bußgeld bezahlt. Zuvor konnte mit 392 Millionen US-Dollar eine Untersuchung der US-Behörden gestoppt werden. Wie hoch die Forderung der Brüsseler EU-Kommission lauten wird, ist noch offen. Deren Untersuchung über Tarifabsprachen zwischen 200 und 2007 läuft seit Dezember 2007. (jb) 

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