Peking. Die staatliche Air China (Code: CA) wird im April ihre Anteile an Shenzhen Airlines von bisher 25 Prozent auf 51 Prozent aufstocken und damit die Mehrheit an der Gesellschaft übernehmen. Damit zeichnet sich eine weitere Konsolidierung in der chinesischen Luftfahrt ab. Die bevorstehende Transaktion hat mittelbare Auswirkungen auf die Frachtlinie Jade Cargo International. An der seit 2006 aktiven Gesellschaft, die derzeit sechs Boeing-Großfrachter vom Typ B747-400ERF betreibt, hält Shenzhen Airlines bislang mit 51 Prozent der Anteile die Mehrheit. Die übrigen Kapitalanteile entfallen auf die Lufthansa Cargo (25 Prozent), die Jade managt, sowie die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (24 Prozent). Aufgrund der stärkeren Rolle Air Chinas bei Jade zeichnen sich für dir Frachtfluglinie grundsätzlich drei Konsequenzen ab: Erstens eine enge Zusammenarbeit mit CA im Rahmen des Cargo-Gemeinschaftsunternehmens Air China Cargo, an dem neben Air China (51 prozent) die Hongkonger Linie Cathay Pacific beteiligt ist (49 Prozent). Zweitens eine verschärfte Konkurrenz zwischen Jade und Air China Cargo; drittens ein „weiter so wie bisher“, sollte sich CA aus der Geschäftspolitik von Jade trotz ihres künftigen Mehrheitsanteils von 51 Prozent weitgehend heraushalten. Für die letztgenannte Option spricht die langjährige Partnerschaft zwischen Lufthansa Cargo und Air China, die auf Strecken zwischen Deutschland und China eng kooperieren und Frachtsendungen gegenseitig auf ihren Flugzeugen zuladen. Außerdem ist Air China seit 2007 Mitglied der Star Alliance, in der die Deutsche Lufthansa eine führende Rolle spielt. (hs)
Air China sitzt bei Jade Cargo an Bord
Die staatliche Air China übernimmt die Mehrheit an Shenzhen Airlines und wird damit Partner bei der Lufthansa-Tochter Jade Cargo