ACD tauscht Führungsspitze aus

15.01.2014 10:31 Uhr
Neuer Präsident beim Air Cargo Club Deutschalnd: Fraport-Manager Winfried Hartmann

Bei einer von harten Auseinandersetzungen und Tumulten geprägten Sitzung wurde Fraport-Manager Winfried Hartmann als neuer Präsident gewählt.

Frankfurt. Am Ende einer von harten Auseinandersetzungen geprägten Veranstaltung in einem Sitzungssaal nahe des Frankfurter Flughafens hat der Air Cargo Club Deutschland (ACD) einen neuen Vorstand gewählt. Zuvor stritten die rund 50 Anwesenden ACD-Mitglieder mehr als drei Stunden über die Neubesetzung der Führungsspitze und den künftigen Kurs der Organisation.

Die Wahl war erforderlich geworden, weil der bisherige ACD-Präsident, Wolf-Dietrich von Helldorff, nach neunjähriger Ausübung dieser ehrenamtlichen Tätigkeit verdeutlicht hatte, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen.
Als Nachfolgekandidat trat der Fraport-Manager Winfried Hartmann an, der den IATA-Vertreter Mathias Jakobi als Interessenten für das Amt des Stellvertreters präsentierte. Als Dritter gesellte sich Frachtabfertiger Christoph Papke als möglicher Kassenwart zu dem Duo. Alle drei entscheiden am Ende des Abends und nach einem von Tumulten geprägten Verlauf die Wahl für sich.

Gleich zu Sitzungsbeginn machten Hartmann und Jakobi den teilnehmenden ACD-Mitgliedern klar, dass sie nur im Doppelpack antreten würden. Das Junktim hieß: Entweder man akzeptiere sie als Tandem oder sie stünden für die Neubesetzung des Vorstandes nicht zur Verfügung, betonten sie. Anlass für dieses Vorgehen ist das Bemühen beider, das bislang aus sechs Beisitzern, Vorsitzendem und dessen Stellvertreter bestehende Leitungsgremium radikal zu verschlanken. Nur so werde der ACD entscheidungsfreudiger und einmal gefasste Beschlüsse könnten schneller durch- sowie umgesetzt werden, betonte Hartmann. Gleichzeitig regte er an, dass der von Überalterung betroffene Verein sich stärker nach außen öffnen und die eigenen Mitglieder kommunikativ besser einbinden müsse.

Im Anschluss entflammte eine heftige kontroverse Diskussion über Satzungsfragen und die Motive des Duos, das zusammen mit Papke zum Trio wurde. „Wer nicht wählen möchte, sollte das Zimmer verlassen“, lautet am Ende des Abends die Forderung der drei Vorstandskandidaten. Dies führte zu tumultuarischen Szenen, in deren Verlauf schließlich gut die Hälfte der Anwesenden den Raum verließ und sich nicht an der Abstimmung beteiligte.

Diese Verweigerung mit den Füßen bedeutete zugleich, dass das bisherige Leitungsgremium mit seinen sechs Beisitzern aufgelöst war. Von denjenigen, die den Saal verlassen hatten, sprach mancher gar von einem Putsch.

Zukunft des ACD ungewiss - Austritte befürchtet

Ungewiss erscheint nach diesem Abend, wie es mit dem ACD nach dieser internen Zerreißprobe künftig weitergeht. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass einige der rund 250 Mitglieder aufgrund der gestrigen tumultuarischen Abläufe ihren Austritt erklären, befürchteten Teilnehmer nach der Sitzung. Auch deshalb, weil die neue Führungstroika es versäumte, ein schlüssiges inhaltliches Konzept vorzulegen, um eigene thematische Arbeitsschwerpunkte zu verdeutlichen. So droht nach Meinung von Teilnehmern als Resultat der Veranstaltung vor allem der Zerfall des über 50-jährigen ACD in verschiedene Fraktionen. Im Sinne der deutschen Luftfrachtindustrie, als deren oberster Interessenvertreter der Club sich nach eigenem Selbstverständnis steht sah, dürfte dies kaum sein. (hs)

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