-- Anzeige --

Urteil: Arbeitgeber darf Sexualstraftäter nicht kündigen

In dem Fall musste das Unternehmen den vorbestraften Hafenarbeiter weiterbeschäftigen
© Foto: Onypix/Fotolia

Ein Arbeitgeber muss die Belegschaft durch zumutbare Maßnahmen von Arbeitsniederlegung abbringen, wenn diese dadurch Druck ausübt, um die Kündigung eines Kollegen zu erreichen.


Datum:
13.04.2018
Autor:
André Gieße
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

Erfurt. Soll ein Arbeitnehmer aufgrund auf Druck von Kollegen gekündigt werden, muss der Arbeitgeber erst alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um diese von ihrem Ansinnen abzubringen. Darauf wies das Bundesarbeitsgericht hin. Von einer Druckkündigung spricht man, wenn Kollegen erklären, ihre Arbeit niederzulegen oder selbst zu kündigen, wenn nicht einem bestimmten Mitarbeiter gekündigt wird.

In diesem Fall ging es um einen Hafenarbeiter, der wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe vorurteilt worden war und nach zwei erfolglosen Kündigungen wieder am Arbeitsplatz erschien. Dies wollten seine Kollegen nicht akzeptieren und drohten mit Streik. Auch mit der daraufhin erklärten dritten Kündigung und dem Verweis auf die drohenden erheblichen wirtschaftlichen Nachteile, wenn die Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen, scheiterte der Arbeitgeber.

Er hätte zuvor seinerseits auf eine einvernehmliche Lösung drängen und alles tun müssen, um die Beschäftigten von ihrem arbeitsrechtswidrigen Handeln abzubringen. Den Kollegen zum Beispiel das Gehalt kürzen oder Abmahnungen erteilen müssen. Eine solche Kündigung könne nur das letzte Mittel sein, so das Bundesarbeitsgericht, wenn Mitarbeiter Druck ausüben. (ctw/ag)

Urteil vom 15.12.2016
Aktenzeichen: 2 AZR 431/15

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.