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Arbeitsmarkt: Jede unbesetzte Stelle kostet Unternehmen 29.000 Euro

Eine Studie von Stepstone zeigt, ein offener Arbeitsplatz kostet Unternehmen bis zu 73.000 Euro
© Foto: Stockphoto-Graf/AdobeStock.com

Neue Berechnungen von StepStone zeigen, die Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt verschieben sich: Während Jobsuchende goldene Zeiten erleben, wird es für Unternehmen immer schwieriger, Arbeitskräfte zu finden.


Datum:
02.05.2022
Autor:
Stefanie Schuhmacher
Lesezeit: 
3 min
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Die Zahl der offenen Jobs bricht seit Monaten alle Rekorde. Auf StepStone.de erreichte die Zahl der Stellenangebote im März 2022 erneut einen Höchstwert. Um 55 Prozent stieg die Zahl der Jobs im Vergleich zum bereits sehr starken März 2021. In Bereichen wie Personal (+85 Prozent), Logistik (+82 Prozent), Pflege (+70 Prozent) und Handwerk (+67 Prozent) entwickelte sich die Nachfrage sogar überdurchschnittlich. Für Arbeitnehmer*innen bedeutet das: Sie haben zunehmend die Wahl.

"Unternehmen suchen händeringend neue Mitarbeiter in allen Bereichen - trotz aktueller Unsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges und der Pandemie", sagt Tobias Zimmermann, Arbeitsmarktexperte bei StepStone. "In den nächsten Jahren wird die Zahl der offenen Jobs weiter steigen, denn die Erwerbsbevölkerung schrumpft dramatisch. Das Problem der Zukunft heißt nicht mehr Arbeitslosigkeit, sondern Arbeiterlosigkeit. Das wird die Machtverhältnisse grundlegend verändern - zugunsten der Arbeitnehmer."

Arbeiterlosigkeit kann für Unternehmen teuer werden

Wenn die Zahl der offenen Jobs steigt und es gleichzeitig immer weniger verfügbare Arbeitskräfte gibt, bedeutet das für Unternehmen: Es wird schwieriger, Mitarbeiter*innen zu finden. "Schon heute verzeichnen Unternehmen Umsatzeinbußen, weil sie sehr lange brauchen, um eine offene Stelle zu besetzen. Unternehmen werden daher künftig wesentlich stärker in schnelles Recruiting und langfristige Mitarbeiterbindung investieren müssen. Denn nur so stellen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit in Zeiten der Arbeiterlosigkeit sicher", sagt Zimmermann. Laut einer neuen StepStone-Analyse liegt die "Cost of Vacancy"* - also die Kosten, die eine unbesetzte Stelle für das Unternehmen verursacht - bei durchschnittlich 29.000 Euro. In Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden liegen die Kosten sogar bei über 73.000 Euro. Besonders teuer ist der leere Schreibtisch im Gesundheitsbereich, wo die "Cost of Vacancy" bei durchschnittlich rund 37.700 Euro liegt, sowie in der IT (37.300 Euro) und im Vertrieb (36.600 Euro). Aber auch im Handwerk (32.600

Euro) und in der Produktion (30.800 Euro) kostet die Arbeiterlosigkeit Unternehmen viel Geld. "Wir bei StepStone wollen die Arbeiterlosigkeit bekämpfen und Unternehmen viel schneller mit den richtigen Kandidat*innen verbinden, indem wir den Recruitingprozess automatisieren", sagt Zimmermann. "Denn bei erfolgreichem Recruiting geht es nicht darum, eine möglichst große Masse an Bewerbungen zu sammeln, sondern in möglichst kurzer Zeit genau die Unternehmen und Menschen zusammenzubringen, die wirklich zueinander passen", sagt Zimmermann.

Arbeitslosenzahlen April 2022: StepStone prognostiziert Aufwärtstrend

Die Jobmarktexperten von StepStone prognostizieren monatlich die Arbeitslosenzahlen. Für April 2022 rechnen sie mit 25.000 weniger Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat und 434.000 weniger Arbeitslosen als im selben Monat des Vorjahres. Die Quote sinkt damit auf 5,0 Prozent - der niedrigste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie. "Der Aufwärtstrend auf dem Arbeitsmarkt setzt sich weiter fort", so Zimmermann. "Eine Trendumkehr wird es in den nächsten Jahrzehnten nicht geben. Die Kennzahl für den Arbeitsmarkt der Zukunft und seine Herausforderungen wird bald nicht mehr die Zahl der Arbeitslosen sein, sondern die Zahl der Arbeiterlosigkeit - also die Zahl der unbesetzten Stellen." (ste)

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