Rheintalbahn, Güterzug

Die SBB und die DB wollen zusammen mit anderen Schienenlogistiker, die von der Rheintalbahnsperrung betroffen gewesen sind, Verbesserungsmaßnahmen erarbeiten

©Uli Deck/dpa/picture-alliance

Rastatt kostet SBB fast 23 Millionen Euro

Die Schweizerischen Bundesbahnen und die Deutsche Bahn ziehen ihre Lehren aus der wochenlangen Vollsperrung der Rheintalbahnstrecke und erarbeiten jetzt zusammen mit weiteren betroffenen Schienenlogistikern ein besseres und internationales Störfall-Management.

Bern. Durch die wochenlange Sperrung der deutschen Rheintalstrecke bei Rastatt ist den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und ihren Tochterunternehmen einen Umsatz von rund 26,5 Millionen Franken (etwa 22,8 Millionen Euro) verloren gegangen. Das teilte der Konzern am Mittwoch mit. Die SBB verweist in ihrer Mitteilung unter anderem auf den Mehraufwand im Personalbereich sowie „über die Sperrung hinausgehende Umsatzverluste bei SBB Cargo und SBB Cargo International“. Noch lasse sich nicht abschließend einschätzen, wie viele Kunden im Güter- und Personenverkehr längerfristig auf andere Verkehrsträger ausgewichen seien.

Die Sperrung der Route zwischen Karlsruhe und Basel vom 12. August bis zum 2. Oktober hat die Logistikkette vor allem auf der Schiene empfindlich getroffen und Schwachpunkte in der Kooperation der europäischen Bahnen aufgezeigt. Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn (DB) kostete sie 75 Millionen Euro Umsatz. Gemeinsam mit der privaten Güterbahnen, Behörden, intermodalen Operateuren, Terminals und weiteren Betroffenen wollen sich die SBB und die DB jetzt für ein besseres und international abgestimmtes Korridormanagement einsetzen. Die Bahnen wollen künftig enger zusammenarbeiten, um Störfälle mit internationalen Auswirkungen schneller bewältigen zu können. SBB, DB und der Korridor Rhein-Alpen haben bereits begonnen, entsprechende Maßnahmen zu erarbeiten.

Bis 2020 sollen die Maßnahmen greifen

Auf der einen Seite sollen bestehende Aktionsplänen entschiedener umgesetzt und so das internationale Korridormanagement, die Baustellenkoordination und die betriebliche Zusammenarbeit an Grenzübergängen verbessert werden, hieß es. Dadurch könnten die Wartezeiten für Güterverkehrsunternehmen auf der Nord–Süd-Route reduziert werden. Diese betragen heute bis zu vier Stunden. Daneben wollen die europäischen Schienenlogistiker ein europäisches Störfallmanagement erarbeiten. Dieses soll im neuen Jahr der EU-Kommission vorgestellt werden. Basis eines schnellen Störfallmanagements sollen vorab abgestimmte Umleitungskataloge für die einzelnen Korridore bilden.

Daneben arbeiten Fachleute laut SBB daran, die Rahmenbedingungen für eine flexiblere Produktion des internationalen Güterverkehrs zu schaffen. Dazu gehöre beispielsweise, den Datenaustausch zu verbessern und die betrieblichen Sprachbarrieren für den Einsatz des Personals im Sektor zu überwinden. Weitere Barrieren sind aktuell international unterschiedliche Handhabungen bei der Fahrzeugzulassung und bei der Streckenkunde der Lokführer. Ziel aller Maßnahmen müsse sein, hieß es, alle Kraft in den Aufbau eines europäischen interoperablen Eisenbahnsystems zu setzen und dafür einheitliche Regeln zu definieren. Bis zur Eröffnung des Ceneri-Basistunnels Ende 2020 wollen die Bahnunternehmen die Effizienz und Zuverlässigkeit im Güterverkehr wesentlich steigern. (ag)

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