Polizeikontrolle, Alkoholtest, Lkw-Fahrer

Die Polizei will mit präventiven Maßnahmen wie Großkontrollen von Lkw-Fahrern zu weniger Verkehrsunfällen durch Trunkenheit am Steuer beitragen (Symbolbild)

©Uwe Anspach/dpa/picture-alliance

Polizei im Südwesten stoppt 128 Lkw-Fahrer wegen Alkohol

Bei Großkontrollen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben Ordnungshüter am vergangenen Sonntagabend rund 1000 Berufskraftfahrer kontrolliert - vor allem aus Osteuropa. Ein erschreckend hoher Anteil war vor Fahrtantritt noch betrunken.

Stuttgart/Mainz. Erschreckend viele Lkw-Fahrer steuern nach ihrer Ruhezeit an den Wochenenden alkoholisiert zurück auf die Autobahn. Zu diesem Ergebnis kamen vergangenen Sonntagabend mehrere Dienststellen der Verkehrspolizei bei drei Großkontrollen kurz vor dem Ende des Sonntags-Fahrverbots für den Güterverkehr und vor Beginn der Weiterfahrt auf Rastanlagen im Südwesten Deutschlands. Vor allem Fahrer aus Osteuropa fielen dabei negativ auf. Die gemeinsamen Großkontrollen der Polizei in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sollen nach deren Aussagen dazu beitragen, alkoholbedingter Verkehrsunfälle durch Lkw zu verhindern.

Rund 1000 Lkw-Fahrer wurden auf Alkohol kontrolliert

Eine Schwerpunktaktion fand in der Nacht von verganenen Sonntag auf Montag zwischen 19.00 Uhr und 0.30 Uhr auf den Tank- und Rastanlagen Bruchsal Ost und West in Baden-Württemberg statt. Die Beamten des Polizeipräsidiums Karlsruhe stellten dort fest, dass viele Fahrer die Zeit bis zum Ende der vorgeschrieben Ruhezeit in der Lkw-Kabine verbringen und dabei oft Alkohol trinken. 23 der 204 kontrollierten Personen waren noch alkoholisiert. Die Weiterfahrt mussten sie 14 verbieten, weil bei ihnen einen Atemalkoholkonzentration von mehr als 0,5 Promille festgestellt worden war.

Die Polizisten der Autobahnstationen Gau-Bickelheim, Ruchheim und Kaiserslautern untersagten nach eigenen Angaben indes insgesamt 48 Mal präventiv die Weiterfahrt. Insgesamt kontrollierten sie demzufolge 328 Lkw-Fahrer am Sonntag in der Zeit zwischen 18.00 und 0.00 Uhr auf den jeweiligen Park- und Rastplätzen ihres Dienstbezirks in Rheinland-Pfalz. Davon waren 68 alkoholisiert. 19 Lkw-Fahrer wiesen laut der Polizeimitteilung einen Wert zwischen 0,5 und 1,09 Promille auf. 25 Lkw-Fahrer überschritten den Wert von 1,1 Promille. Der Spitzenwert lag 2,34 Promille.

Auch die Beamten des Verkehrskommissariats Walldorf stellten bei einer Kontrolle auf den Tank- und Rastanlagen Hardtwald-Ost und - West, Kraichgau-Nord und -Süd und Am Hockenheimring-Ost und West fest, dass Lkw-Fahrer häufig zum Ende der vorgeschriebenen Ruhezeit an den Wochenenden immer noch betrunken sind. Kurz vor Ende des Sonntagsfahrverbots und vor Beginn der Weiterfahrt überprüften sie insgesamt 474 Fahrer. 37 von ihnen hatten noch mindestens 0,5 Promille im Blut. Davon waren 18 Fahrer mit Alkoholwerten von über einem Promille deutlich alkoholisiert.

Pole stellte negativen Rekordwert von 3,5 Promille auf

Einen Rekordwert stellte am vergangenen Wochenende ein polnischer Lkw-Fahrer auf. Er hatte eine Stunde vor Ende des Fahrverbots noch 3,5 Promille in der Atemluft. Der Spitzenreiter wollte gegen 9 Uhr am nächsten Morgen weiterfahren. Ein erneuter Alkoholtest ergab noch immer einen Wert von über 1,7 Promille. Ein tschechischer Fahrer war mit knapp 2,9 Promille über die Maßen alkoholisiert. Allen Betrunkenen wurde die Weiterfahrt untersagt und deren Führerschein, Fahrzeugschein und die Frachtpapiere beschlagnahmt. Wegen der kalten Witterung durften sie die Lkw-Schlüssel behalten.

Die Gesamtbilanz aller Polizeidienststellen vom vergangenen Wochenende lautet: 128 von 1006 kontrollierten Lkw-Fahrern waren alkoholisert. 

„Das Kontrollergebnis erhärtet die Annahme, dass sieben bis neun Prozent der osteuropäischen Lkw-Fahrer sonntags vor Fahrantritt alkoholisiert sind“, erklärte Polizeidirektor Dieter Schäfer, Chef der Verkehrspolizei Mannheim. Er sprach sich dafür aus, dass sogenannte Alkohol-Interlocks bei Lkw-Fahrern, die auffällig geworden sind, weil sie zu tief ins Glas geschaut haben, künftig Pflicht werden. „Das würde die Gefahr von Trunkenheitsunfällen deutlich reduzieren.” Die Polizeidienststellen im Südwesten Deutschlands wollen derweil die entsprechenden Schwerpunktkontrollen fortsetzen. (ag)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special LOGISTIKREGION HESSEN UND RHEINLAND-PFALZ.

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