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Volta Trucks, Maersk, DFDS, Nippon Express: Forderung nach emissionsfreien Lkw bis 2035

Emissionsfreie Lkw bis 2035 fordern 44 Unternehmen aus Transport und Logistik in einem offenen Brief an die EU-Kommission
© Foto: iStock/Evgeny Gromov

Insgesamt 44 Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche fordern das Jahr 2035 als Ziel für emissionsfreie Lkw, wobei eine fünfjährige Ausnahmeregelung für Bau- und Sonderfahrzeuge gelten soll.


Datum:
08.12.2022
Autor:
Stefanie Schuhmacher
Lesezeit:
4 min
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Die EU muss im Interesse des Klimas und der künftigen Wettbewerbsfähigkeit der EU eine Führungsrolle übernehmen, indem sie dafür sorgt, dass alle neuen Lkw ab 2035 emissionsfrei sind. Dies fordert eine Koalition aus 44 Unternehmen des Transport- und Logistiksektors. In einem Schreiben an die EU-Kommission, das von weltweit bekannten Marken wie Siemens, Maersk, Unilever und PepsiCo unterzeichnet wurde, schreibt die Koalition, dass die Frist 2035 nicht nur machbar, sondern auch notwendig sei, um die mit fossilen Brennstoffen betriebene Lkw-Flotte rechtzeitig zu ersetzen. Nur so könne die EU bis 2050 Klimaneutralität erreichen.

Null-Emissions-Ziel gibt Investitionssicherheit

Ein Null-Emissions-Ziel für neue Lkw im Jahr 2035 würde den Fahrzeugherstellern Investitionssicherheit geben, um ihr Angebot an Batterie-Lkw und mit grünem Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen zu skalieren, schreiben die Unternehmen. Große Lkw-Hersteller haben bereits angekündigt, dass die Hälfte ihrer Verkäufe bis 2030 emissionsfrei sein wird. Um dies umzusetzen, sind verbindliche Regeln erforderlich, die sicherstellen, dass die Investitionen und die Ausweitung des Fahrzeugangebots rechtzeitig erfolgen. So heißt es im offenen Brief. Nach Ansicht der Koalition könnten einige Fahrzeugkategorien, wie Baufahrzeuge, bis 2040 Zeit haben, um die Anforderungen zu erfüllen.

Die EU-Kommission wird ihren Vorschlag für neue CO2-Ziele für Lkw in den kommenden Monaten veröffentlichen.


"Die Dekarbonisierung unserer Logistik ist entscheidend, um unser Netto-Null-Ziel für 2039 zu erreichen. "

Michelle Grose, VP, Global Logistics and Fulfilment, Unilever


Höhere CO2-Reduktionsziele notwendig?

Gleichzeitig seien auch höhere CO2-Reduktionsziele für Lkw-Hersteller von -30 Prozent im Jahr 2027 und -65 Prozent im Jahr 2030 notwendig, um sicherzustellen, dass das Angebot an sauberen Lkw in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts ansteigt, schreiben die Unternehmen.

Die EU-Kommission solle sich der Forderung widersetzen, ein Anrechnungssystem für Kraftstoffe in die CO2-Ziele für Lkw einzubeziehen, da dies nicht zur Lösung des Emissionsproblems bei schweren Nutzfahrzeugen beitragen und verschiedene Arten von Gesetzen vermischen und deren Wirksamkeit untergraben würde.


Straßengüterverkehr in Fakten

Lkw machen nur 2 Prozent der Straßenfahrzeuge aus, sind aber für mehr als ein Viertel der CO2-Emissionen im Straßenverkehr der EU verantwortlich. Der Straßenverkehr und schwere Nutzfahrzeuge sind auch eine der größten Quellen für die Verschmutzung durch Feinstaub (PM) und Stickoxide (NOx), die schätzungsweise 350.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr in der EU verursachen. 




"Die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs bis 2035 ist realistisch, aber sie erfordert mutige Entscheidungen und erhebliche Investitionen. "

Torben Carlsen, CEO von DFDS


Ladeinfrastruktur als Basis des Klimaziels

Die Unternehmen fordern die EU-Gesetzgeber außerdem auf, die ehrgeizigen Ziele für die Lade- und Betankungsinfrastruktur im Rahmen der Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe so schnell wie möglich festzulegen. Eine Überprüfung des Gesetzes im Jahr 2024 sollte sicherstellen, dass die Ziele mit der erwarteten Marktakzeptanz von Elektro- und Wasserstoff-Lkw übereinstimmen, so die Unternehmen. Gezielte finanzielle Unterstützung wird auch für Early Adopters und KMUs benötigt, um die derzeit noch höheren Anschaffungskosten für emissionsfreie Lkw zu decken. 


"Wir unterstützen die Europäische Kommission bei der Umstellung von fossil betriebenen Lkw auf saubere, emissionsfreie Alternativen."

Sandra Roling, Director of Transport bei der Climate Group, einer internationalen NGO, die die EV100 und EV100+ Initiativen gegründet hat


Diese würden nicht nur die Einhaltung der EU- und internationalen Klimaziele gewährleisten, sondern auch die zukünftige industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas unterstützen. Laut Roling gingen die Mitglieder der Initiative EV100+ mit gutem Beispiel voran, indem sie sich verpflichten, ihre internationalen Flotten der schwersten Verbrenner bis 2040 auf emissionsfreie Fahrzeuge umzustellen. 

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